Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




"Schausteller bringen Licht in das Dunkel der Welt."

Schausteller und Circusschaffende pilgern zu Papst Franziskus nach Rom

Im Rahmen des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit hat Papst Franziskus Schausteller und Circusschaffende aus ganz Europa am 16. Juni zu einer Sonderaudienz empfangen und bedankte sich bei ihnen für ihre Arbeit.

Während der Audienz fand der Heilige Vater bewegende Worte, um den Schaustellern und Circusschaffenden für ihre Arbeit zu danken: "Ihr seid Meister des Feierns und des Staunens, Ihr seid Meister des Schönen", sagte Franziskus. "Ich beglückwünsche Euch, denn in diesem Heiligen Jahr habt Ihr Eure Vorführungen auch für die Notleidenden geöffnet, die Armen und Obdachlosen, Gefängnisinsassen und benachteiligten Jugendlichen. Auch das ist Barmherzigkeit: Schönheit und Fröhlichkeit in einer manchmal auch düsteren und traurigen Welt zu säen. Danke! Vielen Dank dafür!", so der Heilige Vater weiter. Schausteller und Circusschaffende bereicherten mit diesen Fähigkeiten die ganze Welt, da sie in der Lage seien, Hoffnung und Zuversicht zu säen. 

Nachdem sie der lobenden Rede des Papstes gespannt gefolgt waren, schritten die Schausteller aus Deutschland und ganz Europa mit ihren Traditionsfahnen, die die jahrhundertealte Geschichte der Schausteller dokumentieren, durch die sogenannte Heilige Pforte, womit der Ablass aller Sünden verbunden ist. Der Gang der Pilger durch die sogenannte Heilige Pforte, einer Tür am Petersdom, die sonst verschlossen bleibt und früher sogar außerhalb der Heiligen Jahre zugemauert wurde, gewährt den Gläubigen besondere Gnaden. Seit dem Jahr 1350 ist es in der katholischen Kirche Tradition geworden, alle 50 Jahre ein Heiliges Jahr auszurufen.

DSB-Präsident Albert Ritter war ebenso wie die anderen Teilnehmer tief beeindruckt von der Audienz: "Ich finde es großartig, das wir Schausteller mit unserer Bundesfahne den Heiligen Vater erneut im Vatikan besuchen durften und so den päpstlichen Segen zu allen Mitgliedern des DSB tragen können! Somit ist unsere DSB-Bundesfahne als gemeinsames Zeichen der Einigkeit der Deutschen Schausteller für mich noch wertvoller geworden!"

Albert Ritter hatte während der Audienz die besondere Ehre, einige persönliche Worte mit Papst Franziskus zu wechseln. Im Namen der deutschen und europäischen Schausteller überreichte er dem Heiligen Vater zudem eine Einladung zu einem kostenlosen Kirmesbesuch für 1000 bedürftige Kinder.

Für Präsident Ritter war die Einladung nach Rom gleichzeitig die Anerkennung für die jahrhundertealte Bindung zwischen Kirche und Schaustellern sowie den traditionellen Volksfesten und Kirchfesten in Europa: "Wir Schausteller sind Kinder der römisch-katholischen Kirche. Ohne die römisch-katholische Kirche mit ihrer jahrhundertealten Tradition der Kirchenfeste gäbe es die Schaustellerei nicht.", sagte Albert Ritter. Viele Volksfeste haben einen christlichen Ursprung, wie etwa der "Send" in Münster. "Send" ist ein Begriff aus der christlichen Rechtsgeschichte und leitet sich von Synode, das heißt einer Versammlung in kirchlichen Angelegenheiten, ab. Auch der Begriff "Kirmes" verweist auf Kirchmesse und Kirchweihe, ursprünglich religiöse Feste anlässlich der Einweihung eines christlichen Gotteshauses.

Die Schausteller wurden bereits zum fünften Mal im Vatikan empfangen: Zuvor waren sie im Jahr 1960 bei Papst Johannes XXIII., 1966 bei Papst Paul VI., 1983 bei Papst Johannes-Paul II. und 2012 bei Benedikt XVI. zu Gast. Ein Beleg für die tiefe Verbundenheit der Schausteller mit der römisch katholischen Kirche.

Ein herzliches Dankeschön an die katholischen Circus- und Schaustellerseelsorger für die Organisation der Pilgerreise. Vielen Dank auch an alle Schausteller, die mitten in der Saison gemeinsam mitgeholfen haben, die Fahrt nach Rom zu einem solch unvergesslichen Ereignis zu machen! Einigkeit macht stark! Glück auf!

Fotonachweis: L’Osservatore Romano