Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Sachkundige Diskussionen in den Fachgruppensitzungen beim 68. Delegiertentag in Bonn!

Die Sitzungen der Fachgruppen und Arbeitskreise des DSB, die jedes Jahr im Rahmen des Delegiertentages stattfinden, sind ein wichtiger Bestandteil der Verbandsarbeit. Auch während des 68. Delegiertentages in Bonn diskutierten die Delegierten aktuelle Schaustellerthemen leidenschaftlich und gleichermaßen lösungsorientiert.

Neben den fachkundigen Diskussionen der Mitglieder standen den Schaustellern in den jeweiligen Sitzungen Referenten Rede und Antwort zu den drängenden Herausforderungen, vor denen die Schaustellerbranche derzeit steht.

 

Den Auftakt machte der Arbeitskreis Marketing mit seiner Sitzung am 11. Januar, in der AK-Leiter Michael Hempen u.a. das ABC der gelungenen Volksfeste vorstellte, zu dem in Kürze eine Website online gehen wird. Darüber hinaus besprachen die Teilnehmer die Neuauflage der Marktstudie "Wirtschaftliche Bedeutung der Volksfeste in Deutschland".

In der Fachgruppe Fahrgeschäfte gab DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg eine Übersicht zum Verlauf des Jahres 2016 im Hinblick auf die DIN EN 13814, erläuterte die politischen Hintergründe und informierte die Teilnehmer insbesondere über den Stand der Prüfungen der Karussells in Bezug  auf die Entscheidungshilfen zur Norm. Die Anwesenden gingen im Anschluss an den Vortrag in eine Diskussion zum Stand der Pools über und tauschten sich sehr engagiert zu den technischen Lösungen in den jeweiligen Fällen aus. Die Herren Stefan Kasper vom TÜV Süd, Jürgen Fink vom TÜV Rheinland und Alexander Modrach vom TÜV Nord gaben zu Detailfragen aus Sicht ihrer Organisationen Auskunft.

Während der Sitzung der Fachgruppen reisende Zeltgaststätten und Verkaufsgeschäfte nach Schaustellerart brachten Hans Peter Riedmiller vom Landesverband der Lebensmittelkontrolleure NRW und Dr. Christa Hilmes von der BGN ihre Fachkenntnis ein.

Zunächst ging Hans Peter Riedmiller auf die im Mai 2016 eingeführten Gebühren für die Regelkontrolle ein, erläuterte den Anwesenden hierzu die wichtigsten Punkte und ebenso die damit verbundenen Leistungen. Außerdem stellte er den aktuellen Stand zum Thema Kontrollbarometer vor und sprach mit den Delegierten schließlich über die gebührenpflichtige risikoorientierte Probenahme und Untersuchung, die zum 1. Januar in Nordrhein-Westfalen gestartet ist.
Dr. Christa Hilmes stellte in ihrem Fachvortrag u.a. die Anforderungen an die Lebensmittelhygiene vor und verdeutlichte verschiedene standardisierte Hygieneleitlinien, die den Betrieben als Orientierungshilfe dienen.

Bernhard Kracke jun. und Alexander Eil berichteten in der Fachgruppe Ausspielungsgeschäfte über ihre Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium zum Thema der angestrebten Erhöhung der Obergrenze der Gestehungskosten, die im Jahr 2017 fortgeführt werden, da zu dem Sachverhalt bisher noch kein Entgegenkommen erreicht werden konnte.

Ein weiteres Thema waren die Jahrmarktspielgeräte wie Greifer, Pusher etc., die vereinzelte Veranstalter noch immer ablehnen, – und dass, obwohl sie nicht nur nach §5 a der Spielverordnung klar erlaubt, sondern auch seit mehr als 60 Jahren auf den deutschen Volksfestplätzen zu finden sind. Insbesondere seien sie geeignet, die durch den Wegfall anderer Verlosungsgeschäfte entstehenden Lücken auf den Volksfestplätzen zu schließen. Die Fachberater Bernhard Kracke jun. und Alexander Eil werden zu diesem Thema zeitnah eine Stellungnahme veröffentlichen, um die aufgeführten Argumente noch einmal im Detail darzustellen.

In den Fachgruppen Schau und Belustigung sowie Schießgeschäfte nutzten die Bundesfachberater Rudolf Schütze und Diana Schliebs die Gelegenheit, über fachgruppenübergreifende Probleme zu sprechen und die Mitglieder auf den aktuellen Sachstand zu bringen.

Fachberater Andreas Horlbeck berichtete in der Fachgruppe Bildung darüber, dass die schulische Versorgung für die Kinder der beruflich Reisenden am Standort Neumünster zukünftig verbessert wird, da das schleswig-holsteinische Bildungsministerium eine zusätzliche Vollzeitbereichslehrerstelle schafft. Darüber hinaus informierte er die Delegierten über die Bundestagung der Niedersächsischen Landesschulbehörde im November 2016, an der er gemeinsam mit seinem Stellvertreter Kevin Kratzsch und DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg teilgenommen hat, um die dortigen Vertreter auf die drängenden Herausforderungen des Schaustellergewerbes aufmerksam zu machen und mit ihnen in einen Dialog zu dem wichtigen Thema Bildung auf der Reise zu treten. Mathias Michl vom BeKoSch-Stützpunkt in Nidda stellte den Teilnehmern die aktuellen Entwicklungen an seinem Standort vor.  So ist es bspw. ab sofort möglich, die Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann/frau für Schausteller ebenfalls in Herne zu absolvieren, lediglich die Abschlussprüfung wird in Nidda abgelegt. Nicht nur an dieser Stelle wurde deutlich, dass die Angleichung der drei BeKoSch-Standorte in Herne, Nidda und Neumünster immer weiter voranschreitet und aus den einzelnen Bausteinen im Bereich der Schaustellerbildung mehr und mehr ein großes Mosaik entsteht.
Schließlich präsentierte die Schaustellerin und Autorin Dr. Margit Ramus der Fachgruppe das von ihr entwickelte Digitale Archiv für das Kulturgut Volksfest, das seit kurzem online ist (https://kulturgut volksfest.de/). Ziel des Archivs ist es, das Gedächtnis des Kulturgutes Volksfest für kommende Generationen zu bewahren und lebendig zu halten. 

AK Zukunft
Auf Initiative des AK Zukunft fand am ersten Plenumstag erneut ein Workshop für die Schaustellerjugendlichen aus ganz Deutschland, diesmal zum Thema "Deeskalation von Krisensituationen" statt. In einem aktiven Vortrag gaben die erfahrenen Trainer Markus Leipersberger, Heinz Kurth und Tobias Götz den Jugendlichen anhand vieler praktischer Übungen wertvolle Tipps für den Alltag auf Volksfestplätzen und Empfehlungen zum Umgang mit schwierigen und aggressiven Personen.

Zudem zeigten sie Präventionsmaßnahmen und Handlungsalternativen für alle Fälle auf. Dabei erklärten die Trainer insbesondere, wie man reagieren sollte, wenn auf dem Platz oder gar direkt vor dem eigenen Geschäft Ärger droht und wie unter solchen Umständen einzugreifen ist, um die Situation schnellstmöglich unter Kontrolle zu bringen.

Ebenso aus dem Leben gegriffen war der zweite Teil des Workshops: Gerd Mainzer, der Erste Polizeihauptkommissar und Leiter der Polizeiwache auf Pützchens Markt, und sein Kollege Mario Becker, Kriminalhauptkommissar und Opferschutzbeauftragten der Polizei Bonn, gewährten einen Einblick in ihren Erfahrungsschatz aus Sicht der "Augen des Gesetzes". Sie stellten polizeiliche Konzepte und Maßnahmen vor, erläuterten den Jugendlichen ihre Rechte und Pflichten und ließen sie an ihren ganz persönlichen Erlebnissen der Polizeiwache auf Pützchens Markt teilhaben.

In der am Abend folgenden Sitzung des AK Zukunft wurden viele Fragen, die sich aus dem Workshop ergaben, nochmals intensiv mit Präsident Albert Ritter diskutiert.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Agenda der Sitzung waren die Neuwahlen des Vorstands: Stefan Kübler, Tony Sommerer, Alexander Eil jr. und Felix Vespermann werden sich zukünftig als Leiter des Arbeitskreises engagieren.

Um den Jungschaustellern die Gelegenheit zu geben, am gesamten Delegiertentag teilzunehmen, wird der Workshop des AK Zukunft zukünftig im Vorfeld des Delegiertenforums stattfinden.

Hinweis: Die Fachberaterberichte sowie weitere Informationen zu den Vorträgen  sind online im Mitgliederbereich unter www.dsbev.de/mitgliederbereich verfügbar.