Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Ratifizierung des UNESCO-Abkommens auf gutem Weg

Die vom Deutschen Schaustellerbund seit Jahren geforderte Anerkennung der Volksfeste als immaterielles Kulturgut ist ein weiteres Stück voran gekommen. Der Deutsche Bundestag nahm am 15. Dezember 2011 einen Antrag von CDU/CSU und FDP an, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, die Ratifizierung der Konvention zum immateriellen Kulturerbe der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) voranzutreiben.

Der Deutsche Schaustellerbund fordert seit Jahren die Anerkennung der deutschen Volksfestkultur. Foto: DSB

Wolfgang Börnsen MdB, Kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Foto: foto.presse/Karsten Sörensen

Die Regierung soll bei den Ländern um Zustimmung zu dem Übereinkommen werben. Außerdem soll ein Forum „Immaterielles Kulturerbe“ veranstaltet werden, das Verbände und Organisationen einbezieht.
Der Deutsche Schaustellerbund wertete die Bundestagsdebatte als ein „wichtiges Signal“ auf dem Weg zur Zukunftssicherung des Schaustellergewerbes. „Wir haben bereits vor vielen Jahren den Stein ins Rollen gebracht und werden nicht locker lassen, bis die Volksfeste ihren verdienten Platz im Kreis der schützenswerten Weltkulturgüter eingenommen haben“, sagte Präsident Albert Ritter.
In der Bundestagsdebatte hatte sich u.a. der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen, in einer engagierten Rede für eine Ratifizierung der UNESCO Konvention ausgesprochen (siehe Redeauszüge). Das Abkommen, das die Bedeutung der immateriellen Kulturgüter für die Menschheit herausstelle, „schafft eine gerechte, solidarische und faire Ausgewogenheit zwischen den Staaten unserer Welt, die einen Reichtum an materiellen Kulturgütern besitzen, und denen, die ihre Identität in Volks- und Brauchtumskultur erfahren“, betonte Börnsen.
Am 5. September 2011 hatte Präsident Ritter in Berlin auf Einladung der regierungsbildenden Parteien im Deutschen Bundestag an einem Fachgespräch zur „Nationalen Umsetzung der UNESCO-Konvention zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland“ teilgenommen und nochmals die Argumente des DSB für eine Aufnahme des Kulturguts Volksfest in die Liste der schützenswerten Kulturgüter vorgetragen. Alle politischen Vertreter, unter ihnen Wolfgang Börnsen, der kulturpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Reiner Deutschmann, der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Michael Kretschmer, Kulturstaatsminister Bernd Neumann, die Staatsministerin beim Bundesaußenminister Cornelia Pieper und der Präsident der UNESCO-Kommission Deutschland, Walter Hirche, waren sich einig, dass nicht nur historische Bauwerke, sondern auch die gelebten regionalen Feste in Deutschland ein bedeutendes und schützenswertes Kulturgut seien.

Download: Auszüge aus der Rede von Wolfgang Börnsen MdB, Deutscher Bundestag, 15.12.2011