Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Kulturelle Anerkennung deutscher Volksfeste in greifbarer Nähe

Am 5. September 2011 nahm der Deutsche Schaustellerbund in Berlin auf Einladung der regierungsbildenden Parteien im Deutschen Bundestag CDU, CSU und FDP an einem Fachgespräch zur "Nationalen Umsetzung der UNESCO-Konvention zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland" teil. Den Hintergrund bildete der Koalitionsantrag "Ratifizierung der UNESCO-Konvention zum immateriellen Kulturerbe vorantreiben", der am 30. Juni 2011 in erster Lesung im Bundestag debattiert worden war. Der Antrag fordert einen zügigen Beitritt Deutschlands zum UNESCO-Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes.

Volksfeste sind eine deutsches Kulturgut.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann: "Wenn nicht die Arbeit der Schausteller Kultur sichernd ist, welche Arbeit ist es dann?"

Staatsministerin Cornelia Pieper, hier auf dem Delegiertag 2009 in Berlin, unterstützt den DSB bei der kulturellen Anerkennung der Volksfeste. Fotos: DSB

Noch zu Beginn dieses Jahres hatte es scheinbar unüberwindbare Hindernisse gegeben, die einer deutschen Ratifizierung der UNESCO-Konvention entgegenstanden. Umso größer war das Erstaunen von Präsident Albert Ritter und Hauptgeschäftsführer Helmut Gels als auf der Sitzung am 5. September sich plötzlich alle politischen Vertreter für eine Ratifizierung aussprachen.
Die Teilnehmer im Paul-Löbe-Haus waren der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Wolfgang Börnsen, der kulturpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Reiner Deutschmann, der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Michael Kretschmer, Kulturstaatsminister Bernd Neumann, die Staatsministerin beim Bundesaußenminister Cornelia Pieper, Dr. Enoch Lemcke vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg Vorpommern, der Präsident der UNESCO-Kommission Deutschland Walter Hirche, der Botschafter der Republik Estland Dr. Mart Laanemäe, DSB-Präsident Albert Ritter, DSB-Hauptgeschäftsführer Helmut Gels, Dr. Titus Kockel vom Zentralverband des Deutschen Handwerks, der Präsident des Deutschen Instituts für Reines Bier Herbert Frankenhauser, der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks Amin Werner, der Vorsitzendes des Heimatbundes Thüringen Dr. Burkhardt Kolbmüller, Dr. Lutz Fahrenkrog-Petersen von der Berliner Humboldt Universität, Mitglieder des Haushaltsausschusses im Deutschen Bundestag und eine Vertreterin der Deutschen Botschaft in Paris.

Anerkennung für DSB-Arbeit
Dass nun der Beitritt Deutschlands zum UNESCO-Übereinkommen schnell erfolgen soll, ist auch einem Sinneswandel innerhalb der Kultusministerkonferenz zu verdanken, die sich lange gesträubt hatte, an einer Umsetzung mitzuarbeiten. Auch eine Lösung der Finanzierung der UNESCO-Konvention scheint in greifbarer Nähe. So hätten nach Aussage von CDU/CSU-Fraktionsvize Michael Kretschmer die Bundesländer ihre Unterstützung signalisiert und auch aus dem Haushaltsausschuss gäbe es positive Rückmeldungen.
Für den Deutschen Schaustellerbund, der sich seit über zehn Jahren für das immaterielle UNESCO-Kulturerbe einsetzt, war das Berliner Fachgespräch ein großer Erfolg. Präsident Albert Ritter hatte die Gelegenheit, ohne Zeitbegrenzung, die Argumente des Deutschen Schaustellerbundes zu erläutern. Die Beteiligten waren sich einig, dass nicht nur historische Bauwerke, sondern auch die gelebten regionalen Feste in Deutschland ein bedeutendes und schützenswertes Kulturgut sind. Der abschließende lang anhaltende Applaus gab den Ausführungen des Präsidenten recht.
"Was uns mit besonderem Stolz und Motivation für die kommenden Verhandlungen erfüllt, ist die Tatsache, dass von allen Gesprächsteilnehmern die Leistungen des DSB besonders hervorgehoben wurden", sagte Albert Ritter und zitierte Staatsminister Bernd Neumann, der gegenüber den Teilnehmern erklärt hatte: "Wenn nicht die Arbeit der Schausteller Kultur sichernd ist, welche Arbeit ist es dann?" Staatsminister Neumann und Wolfgang Börnsen hoben hervor, dass auf allen seinen Delegiertentagen und Sitzungen der DSB immer wieder als ein Mahner und Rufer in der Wüste das Thema favorisiert und nicht locker gelassen hätte.
Präsident Albert Ritter betonte: "Die Ratifizierung der UNESCO-Konvention ist ein großer Schritt zur Zukunftssicherung unserer Volksfeste. Es zeigt sich wieder einmal, wie wichtig ein gut funktionierender Berufsverband ist. Wir haben auch nach ersten Verhandlungsniederlagen nie die Flinte ins Korn geworfen. Der Erfolg gibt uns recht. Allerdings kommt jetzt auch auf die Schaustellerverbände viel Arbeit zu, weil ein Katalog von Volksfesten und Kirmessen zur Vorlage bei der UNESCO erstellt werden muss."
Der Deutsche Schaustellerbund bedankt sich bei allen Vertretern aus Politik, Verwaltung, Kommunen, touristischen Vereinigungen und befreundeten Berufsverbänden, die mitgeholfen haben, die Ratifizierung der UNESCO-Konvention zum immateriellen Kulturerbe voranzutreiben.