Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Harmonisierung der europäischen Norm für Fliegende Bauten

Im Juni 2009 fand in Rom ein internationaler Meinungsaustausch zur zukünftigen Revision der europäischen Norm EN 13814 und einer damit angestrebten Harmonisierung mit internationalen Standards statt. Für den Deutschen Schaustellerbund nahm Hauptgeschäftsführer Helmut Gels an dem Treffen teil. Der TÜV Süd war durch Peter Leutenstorfer vertreten.

Helmut Gels, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Schaustellerbundes

Zu dem Expertenmeeting hatten Vertreter italienischer Herstellerfirmen von Anlagen für Freizeitparks und Volksfeste sowie der Verbände Amusement Industry Council of Europe (AICE), European Association Amusement Supplier Industry (EAASI) und International Association of Amusement Parks and Attractions (IAAPA Europe) in die italienische Hauptstadt eingeladen.
Die weltweit agierenden Herstellerunternehmen machten deutlich, dass unter Berücksichtigung der globalisierenden Entwicklungen des Freizeitgewerbes internationale Standards festgelegt werden sollten, die die jeweiligen globalen Anforderungen widerspiegelten. Im Ergebnis müsse eine "Weltnorm" mit festgeschriebenen internationalen Standards zur Sicherstellung der Sicherheit bei Herstellung und Betrieb von Freizeiteinrichtungen geschrieben werden.
Diese "Weltnorm" sollte dann entsprechend als Maßstab der gültigen weltweiten Sicherheitsstandards herangezogen werden.
Hauptgeschäftsführer Helmut Gels und Peter Leutenstorfer setzten dem ein anderes praktikables und realistisches Konzept entgegen. Es sei nicht realistisch, derzeit unmittelbar an eine "Weltnorm" zu denken, da gerade viele Länder (z.B. Australien, Russland, China, Indien, Hong Kong, etc.) eigene neue Normen veröffentlich haben. Insbesondere sahen die deutschen Vertreter hier die Gefahr, dass die - speziell auch durch die zwischenzeitlich sich bewährte EN 13814 - erneut der langwierige Prozess einer kompletten Umgestaltung der europäischen Norm mit ungewissem Gang wieder eingeleitet würde und so die Gleichheit der Anforderungen in Europa für viele Jahre wieder in Frage gestellt wäre.
Es wurde daher von deutscher Seite vorgeschlagen, die EN 13814 zunächst einer Revision zu unterziehen und an die geänderten Voraussetzungen anzupassen. Hierfür solle das offizielle Revisionsverfahren beim Europäisches Komitee für Normung (Comité Européen de Normalisation - CEN) beantragt werden.
Im weiteren Verlauf des Gespräches wurde die EN 13814 in allen Einzelheiten von den Experten auf Veränderungsnotwendigkeiten hinterfragt und erste Revisionsansätze und Harmonisierungsvoraussetzungen insbesonders unter Berücksichtigung der Globalisierungsvoraussetzungen formuliert.
Das abschließende Vorgehen und die Abstimmung über die notwendigen einzuleitenden formellen Schritte zum jeweiligen angestrebten Verfahren sollen in einem nächsten Treffen am 28. und 29. September 2009 in Amsterdam festgelegt werden.
Stichwort: EN 13814
Die Europäische Norm EN 13814 "Fliegende Bauten für Veranstaltungsplätze und Vergnügungsparks – Sicherheit" steht als Berechnungs- und Konstruktionsnorm in der Tradition des bewährten nationalen Vorgängerdokuments DIN 4112. Sie wurde 2001 in Florenz unter Mitarbeit des Deutschen Schaustellerbundes beschlossen und legt die grundlegenden Mindestanforderungen fest, um den sicheren Entwurf, Berechnung, Herstellung, Aufstellung, Wartung, Betrieb, Überprüfung und Prüfung von mobilen und dauerhaft installierten Fliegenden Bauten sicherzustellen.