Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Gewaltige Demonstration der Deutschen Schausteller

Mit einer imposanten Großkundgebung im Hansesaal des Paderborner Schützenhofes eröffnete der Deutsche Schaustellerbund e.V. am 17. Januar 2011 den 62. Delegiertentag in der Schaustellertraditionsstadt Paderborn.

Großkundgebung in Paderborn mit dem 1. Vorsitzenden des Schaustellervereins Paderborn, Hans-Otto Bröckling, Präsident Albert Ritter, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Vizepräsident Lorenz Kalb, Hauptgeschäftsführer Helmut Gels und den Vizepräsidenten Edmund Radlinger und Klaus Wilhelm (von links).

Imposante Großkundgebung mit über 800 Besuchern
Präsident Albert Ritter begrüßte in seiner Eröffnungsrede über 800 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Schaustellergewerbe im vollen Schützenhof in Paderborn. Er  bedankte sich für die große Gastfreundschaft des Paderborner Schaustellervereins, der den diesjährigen Delegiertentag sehr professionell ausgerichtet hatte.
Geladene Gäste und Redner der Großkundgebung waren unter anderem Hans-Otto Bröckling, 1. Vorsitzender des Schaustellervereins Paderborn e.V., Heinz Paus, Bürgermeister der Stadt Paderborn, Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Matthias König, Weihbischof des Erzbistums Paderborn, Elmar Brok, MdEP, Vorstandsmitglied und Außenpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion und Manfred Müller, Landrat des Kreises Paderborn. Albert Ritter betonte wiederholt die große Bedeutung und die alte Tradition der Volksfeste in Deutschland und machte die Probleme des Gewerbes den anwesenden Politikern deutlich. Im Anschluss an die Rede von Bürgermeister Paus richtete Präsident Ritter den dringenden Appell an die Stadt, die Standgebühren für die Paderborner Volksfeste nicht weiter zu erhöhen. Den Schaustellern seien auch in Paderborn keine zusätzlichen Belastungen zuzumuten. Der Präsident führte aus: "Volksfeste sind die größte Städtewerbung und das Aushängeschild für jede Stadt in Deutschland!"

Ministerpräsidentin Kraft würdigt Volksfeste als wertvolles Kulturgut
Der Ehrengast der Großkundgebung war Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen und amtierende Bundesratspräsidentin. In ihrer engagierten Ansprache würdigte sie die große Bedeutung von Volksfesten in Deutschland und im Besonderen in Nordrhein-Westfalen. "Diese Feste sind wertvolles Kulturgut. Dass Kirmes und Volksfest bis heute ihre Faszination für Jung und Alt nicht verloren haben, ist ihr Verdienst - das Verdienst der Schausteller", sagte die Ministerpräsidentin. Noch heute erinnere sie sich an ihre Jugendzeit, in der sie sehr gerne zur Kirmes gegangen sei. Sie sei schwer getroffen gewesen, als die Kirmes plötzlich verschwand und Großinvestoren in ihrer Heimatstadt Mühlheim begannen, auf dem Gelände zu bauen. Die Ministerpräsidentin ging ebenfalls auf das Thema der Bildung von Schaustellern ein. Die Bildung sei wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg, sagte die Ministerpräsidentin. "Gerade für Schülerinnen und Schüler, deren Eltern beruflich reisen, bietet LARS, die "Lernen auf Reisen-Schule", eine wichtige Unterstützung zum Unterricht in den Stamm- und Stützpunktschulen". Daher begrüßte die Ministerpräsidentin ganz besonders dieses Bildungsprojekt für Kinder auf Reisen, das der DSB zusammen mit der Bezirksregierung Detmold, der Universität Paderborn und dem Heinz-Nixdorf-Forum ins Leben gerufen hat. Auf die von Präsident Ritter angesprochenen Probleme durch die Vorfälle auf der Loverparade in Duisburg und die hohen Strompreise ging Frau Kraft sehr detailliert ein. Sie versicherte, dass sie sich auch weiterhin für den Erhalt der Volksfeste in Deutschland stark machen werde. Die Einladung des Paderborner Bürgermeisters Heinz Paus zum nächsten Liborifest nahm sie gerne an.

Volksfeste sind ein Wirtschaftsfaktor
Elmar Brok, MdEP, Vorstandsmitglied und Außenpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion, behandelte in seiner Ansprache die Schaustellerinteressen und Fragestellungen auf europäischer Ebene. Der Weihbischof des Erzbistums Paderborn Matthias König ging in seiner Rede auf die jahrhundertlange Verbindung zwischen Kirche und Kirmes ein. "Kirmes und Kirche gehören historisch zusammen", sagte König. So bekam auch das Libori Volksfest in Paderborn seinen Namen vom Heiligen Liborius. Der Name steht nicht nur als Pate für das Fest, sondern er spielt als Schutzpatron für die Stadt und das Erzbistum Paderborn eine besondere Rolle in Westfalen. Auch Manfred Müller, Landrat des Kreises Paderborn, betonte die enge Verbindung von Kirche und Volksfesten. Es gäbe 90 kirchliche Feiertage in Nordrhein-Westfalen und 90 Schützenfeste im Umkreis Paderborn. Müller zitierte ein altes westfälisches Sprichwort "Entweder wir arbeiten oder wir feiern, untätig sind wir nie." Volksfeste seien ein großer Wirtschaftsfaktor und brächten den Städten und Kommunen viele zusätzliche Einnahmen. Daher möchte sich Müller weiter für die Schausteller einsetzen und dazu beitragen, dass "die Schausteller weiter Freude dabei haben, den Menschen Freude zu bereiten." Am Ende der Großkundgebung entließ Präsident Albert Ritter die Teilnehmenden mit den Worten "Liebe Kollegen, liebe Gäste, wenn ich mir heute den vollen Hansesaal anschaue, dann weiß ich: Einigkeit macht stark!"