Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Gemeinsame Initiative für die Zukunft der deutschen Volksfestkultur

Die Kampagne des Deutschen Schaustellerbundes zur Sicherung des Kulturgutes Volksfest ist auf einem erfolgreichen Weg. Am 21. April 2009 führten Präsident Albert Ritter und Hauptgeschäftsführer Helmut Gels zu diesem Thema in München ein Gespräch mit der Tourismusdirektorin der Landeshauptstadt und Vizepräsidentin des Deutschen Tourismusverbandes, Dr. Gabriele Weishäupl, sowie dem Leiter der Wiesn-Organisation, Hans Spindler.

Gespräch im Münchner Tourismusamt mit Hauptgeschäftsführer Helmut Gels, Präsident Albert Ritter, Wiesn-Chefin Dr. Gabriele Weishäupl und Hans Spindler, Leiter der Wiesn-Organisation (v.l.)

In dem konstruktiven Austausch kam es zu Übereinstimmung bei grundsätzlichen Positionen für eine Initiative zur Anerkennung der Volksfeste als immaterielles Kulturgut. Als Tourismusdirektorin unterstützt Dr. Gabriele Weishäupl dieses Bestreben, denn für sie sind "Volksfeste ein wichtiger Bestandteil des Tourismus und stiften gerade in Zeiten der Globalisierung Identität". Die Gesprächspartner verwiesen auf die Bedeutung der Volksfeste als traditionsreiches, die Menschen verbindendes Brauchtum. Um der Forderung nach kultureller Anerkennung der Volksfeste in Zukunft noch mehr Ausdruck verleihen zu können, soll ein Gedankenaustausch mit weiteren Institutionen und Verbänden, wie dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Tourismusverband und der Katholische Bischofskonferenz erfolgen.
Präsident Ritter und Hauptgeschäftsführer Gels berichteten, dass von vonseiten der Politik bereits wichtige Signale vorliegen würden. So hatte der Staatsminister für Kultur und Medien, Bernd Neumann, auf der Großkundgebung des Deutschen Schaustellerbundes im Januar 2009 im Namen der Bundesregierung erklärt, dass Volksfeste in Deutschland ein anerkanntes und schützenswertes Stück Kulturgut in der Bundesrepublik seien.
Mit der deutschen UNESCO-Kommission steht der DSB im regelmäßigen Kontakt. Kommissionspräsident Walter Hirche und Generalsekretär Dr. Roland Bernecker hatten sich gegenüber Präsident Ritter und Hauptgeschäftsführer Gels bereits im Juli 2008 in Hannover für die Aufnahme der deutschen Volksfeste in die Liste der immateriellen Kulturgüter der UNESCO ausgesprochen.


Stichwort: Immaterielles Kulturgut
Im Rahmen der Regelungsbefugnis der UNESCO gibt es neben dem materiellen Weltkulturerbe, zu dem in Deutschland u.a. der Kölner Dom und die Museumsinsel in Berlin gehören, die Möglichkeit, über die UNESCO auch immaterielle Kulturgüter schützen zu lassen. Laut UNESCO sind nicht nur herausragende Bauwerke und Naturstätten schützenswert und für unsere Nachkommen zu bewahren. Kulturelle Vielfalt spiegelt sich auch in lebendigen Ausdrucksformen: Feste, Bräuche, Tanz und Theater, Musik und mündliche Literaturformen, Sprachen, Handwerkstechniken und Wissensformen. 2003 hat die UNESCO-Generalkonferenz das Übereinkommen zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes verabschiedet. Nachdem 30 Staaten es ratifiziert hatten, trat es zum 20. April 2006 in Kraft. Deutschland hat das Übereinkommen bisher noch nicht ratifiziert.
Mit einer Anerkennung der Volksfeste als immaterielles Kulturgut wäre eine besondere Schutzfunktion verbunden. Den öffentlich-rechtlichen Einrichtungen würde damit gleichzeitig die Verpflichtung auferlegt, diesen Kulturgütern einen besonderen Bestandschutz zukommen zu lassen und alle ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einzusetzen, das geschützte Gut aktiv und dauerhaft zu sichern.