Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Gemeinsam gegen Überbesetzung der Pfingstkirmes in Menden

Schaustellerverein Iserlohn-Schwerte e.V. und DSB wenden sich gemeinsam erfolgreich gegen die Überbesetzung der Pfingstkirmes in Menden.

© Deutscher Schaustellerbund e.V.

In einem gemeinsamen Schreiben an den Bürgermeister der Stadt Menden Volker Fleige machten der Schaustellerverein Iserlohn-Schwerte e.V. und der DSB deutlich, dass sich die Schausteller über das Engagement der Stadt Menden die Pfingstkirmes noch attraktiver zu gestalten durchaus freuen. Die Verbände machten aber zugleich darauf aufmerksam, dass eine Vergrößerung der Grundfläche und des Angebotes einer Kirmes nicht zwangsläufig zu einer Steigerung der Attraktivität führt – sondern genau das Gegenteil bewirken kann.

In ihrem Schreiben führten die Verbände aus, dass die Mendener Pfingstkirmes bei den Schaustellern auch deshalb beliebt ist, weil sie auskömmlich ist und auch bei Fahrgeschäften die erheblichen Kosten des Transportes und des Auf- und Abbaus rechtfertigt. Es gelte jedoch die alte Weisheit, "dass ein Euro nur einmal ausgegeben werden kann und wir hegen erhebliche Zweifel, dass die Kaufkraft der Besucher ausreicht, einer deutlich erhöhten Zahl von Schaustellern ihr Auskommen zu sichern" so der Schaustellerverein Iserlohn-Schwerte e.V. und der DSB.

 

Gerade die Ausweitung der Kirmes hinsichtlich zusätzlicher Süßwaren-, Imbiss- und Ausschankbetriebe sei kritisch, da die Kirmesbesucher zwar ein, zwei weitere Male Karussell fahren, jedoch nicht immer weitere Mahlzeiten zu sich nehmen können, sodass insbesondere das Auskommen dieser gastronomischen Betriebe äußerst fraglich sein dürfte. Dies würde am Ende dazu führen, dass die Pfingstkirmes für die Beschicker unattraktiv werde und sie dem Fest aus betriebswirtschaftlichen Gründen fernblieben – auch zum Leidwesen der Besucher.

 

Die Verbände machten außerdem deutlich, dass die Schausteller durch die geplante Vergrößerung der Kirmes auch eine Erhöhung der Standgelder befürchteten. Auch der bis dato einwandfreie Ablauf des Auf- und Abbaus sämtlicher Betriebe sei durch die Vergrößerung gefährdet. "Eine Überbesetzung nach der Maxime ‘immer größer, schneller, weiter’ bedroht den traditionellen Charme und familiären Charakter der Mendener Pfingstkirmes" fasst der 1. Vorsitzende des Schaustellervereins Iserlohn-Schwerte e.V. Konstantin Müller die Bedenken zusammen.

 

Die Verbände betonten, dass sie sich nicht generell gegen Veränderungen sperrten, dass aber die Basis jeglichen Vergrößerungsgedankens zunächst eine genaue Untersuchung des Besucherverhaltens sein sollte: Wie haben sich die Besucherzahlen in den letzten 10 bis 20 Jahren entwickelt? Wie hat sich ihr Ausgabeverhalten verändert, gibt es ein repräsentativ gestütztes Meinungsbild? Und mit welchen inhaltlichen, touristischen, werblichen und verkehrstechnischen Konzepten würde eine solch erhebliche Erweiterung des Volksfestplatzes begleitet werden, damit alle ihr Auskommen haben?

 

Für 2016 sind die Erweiterungspläne für die Pfingstkirmes nun erst einmal vom Tisch. Der Schaustellerverein Iserlohn-Schwerte e.V. und der DSB boten Bürgermeister Fleige und dem Rat der Stadt Gespräche an, um den Sachverstand der Schausteller zu nutzen und gemeinsam über die Zukunft der Mendener Pfingstkirmes zu beraten.

 

Mendener Pfingstkirmes: 1726 fand die erste Pfingstkirmes in Menden statt. Es wird vermutet, dass sie aus dem Mendener Krammarkt entstand, der sich anlässlich der Pfingstprozessionen um das 18. Jahrhundert entwickelt hatte. Die alljährlich in der gesamten Innenstadt stattfindende Kirmes beginnt am Samstag vor Pfingsten und endet dienstags mit einem Höhenfeuerwerk. Der langen Tradition verbunden, wurde während der Pfingstkirmes 2009 neben dem Alten Rathaus ein sechs Zentner schweres nostalgisches Karussellpferd aus Bronze als Kirmesdenkmal aufgestellt. Quelle: www.menden.de/lim/kf/vg/pk/index.php