Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Geht doch! "Reichsacht" für Autoscooter aufgehoben!

Ein Beitrag von DSB-Präsident Albert Ritter

 

DSB-Präsident Albert Ritter: "Wichtige Signalentscheidung für Schausteller in Essen." Foto: DSB

Das von einigen Politikern geforderte Autoscooterverbot auf der traditionellen Essener Osterkirmes im Borbecker Schlosspark konnte durch intensive Verbandsarbeit verhindert werden! Das Verbot sollte ohne Sachzwänge und aus rein subjektiven Schönheitsgründen durchgesetzt werden.

Mit großer Spannung war Anfang Juni die entscheidende Bezirksversammlung der Bezirksvertretung 4 von den Essener Schaustellern erwartet worden: Würden die kirmesfreundlichen Politiker Wort halten und in der so wichtigen finalen Kampfabstimmung zu Ihrem Wort stehen und zum Wohle der traditionellen Osterkirmes in Essen entscheiden?
Trotz Schweigegebot – wie es das Kommunalrecht vorschreibt, gab es dann aber doch großen Jubel unter den anwesenden Schaustellern auf der Zuschauertribüne. Nach der demokratischen Abstimmung gab die Bezirksbürgermeisterin mit ernstem Gesicht das Ergebnis bekannt. Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde entschieden, dass die traditionelle Osterkirmes in das Nutzungskonzept des Borbecker Schlossparks wieder eingefügt wird.
Insbesondere die geplante "Reichsacht" für Autoscooter wurde aufgehoben!
Die Entscheidung ist für die Essener Schausteller existenziell äußerst wichtig und besitzt darüber hinaus Signalwirkung, da im Essener Stadtgebiet noch sechs weitere traditionelle Veranstaltungen auf den Grünflächen der Stadt durchgeführt werden.

Als Präsident des Deutschen Schaustellebundes, aber auch als örtlicher Vorsitzender des Essener Schaustellerverbandes von 1919, möchte ich allen guten Kräften von Herzen danken, die zu diesem guten Ausgang des über Monate geführten Kampfes der Essener Schausteller beigetragen haben.
Die Arbeit meiner Kollegen vor Ort erfüllt mich mit Stolz und großer Freude.
Namentlich möchte ich ganz besonders der Schaustellerkollegin Renate Rendschmidt und meinem zweiten Vorsitzenden Richard Müller danken, aber auch dem Gesamtvorstand des Essener Schaustellerverbandes. Es war Ihnen nicht zu viel, immer und immer wieder nach Borbeck zu fahren und immer und immer wieder  Einzelgespräche mit den Politikern zu führen, in denen klargemacht werden konnte, dass eine negative Entscheidung einem Berufsverbot für die Essener Schausteller gleichgekommen wäre! Besonders erstaunt waren die Essener Kollegen darüber, dass sich die Grünen und die CDU zu einem Bündnis gegen die Schausteller geschlossen hatten und somit eine Mehrheit gegen die Schausteller zu erwarten war. Dennoch ließen sich die Kollegen vor Ort nicht entmutigen und kämpften ohne Ermüdungserscheinungen weiter. Termin um Termin wurde wahrgenommen, die Handys glühten! Die Presse wurde auf unsere Seite gezogen.
Und es konnte - man mag es mit Verwunderung lesen, eine Gegenkoalition geschmiedet werden. So stimmten in der entscheidenden Sitzung die FDP, SPD und Linke für die Schausteller.
Ein Dank sei an dieser Stelle auch der Landesvorsitzenden der SPD in Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, ausgesprochen, der es nicht zu viel war, sich auch mitten im Wahlkampf klar auf die Seite der Kirmessen und Schausteller in Nordrhein-Westfalen zu stellen. Damit hat Frau Kraft einen großen Beitrag zum positiven Ausgang der Entscheidung zum Wohle der Schausteller beigetragen. Zwar hätte man vermuten können, dass die Borbecker Osterkirmes von den Politikern in der Landeshauptstadt Düsseldorf gar nicht wahrgenommen wird, aber Frau Kraft hat unterstrichen, dass gerade die Vielfalt und der Erhalt kleiner und mittlerer Volksfeste in Nordrhein-Westfalen nicht nur äußerst wichtig ist, um die Vielfalt unsres Landes darzustellen, sondern auch um die Existenz des Schaustellergewerbes zu sichern.

Ich bin Stolz darauf, dass meine Kolleginnen und Kollegen auch in meiner Heimatstadt wieder einmal unter Beweis gestellt haben, dass es sich lohnt, zu kämpfen und dass nur der feste Zusammenschluss in einer starken Berufsorganisation unseren Beruf erfolgreich schützen kann.

Nur Einigkeit macht stark!

Glück Auf!

Albert Ritter