Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Förderung der Volksfeste!

DSB und kommunale Spitzenverbände beziehen gemeinsam Position.

© Deutscher Schaustellerbund e.V.

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Der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Schaustellerbund (DSB) haben ein gemeinsames Positionspapier zur Förderung der rund 12.000 Volksfeste und Weihnachtsmärkte in Deutschland veröffentlicht. Ziel der Initiative ist es, "den sozialen Stellenwert und die Attraktivität der Volksfeste weiter zu steigern, damit diese auch in Zukunft als Bereicherung des örtlichen und regionalen Freizeit- und Kulturgeschehens wirken", so die Unterzeichner. „Mit dieser breiten Unterstützung der mehr als 11.000 Städte und Gemeinden und 295 deutschen Landkreise senden wir ein starkes Signal zur Förderung der Volksfeste als Orte der Integration und regionalen Identifikation“, erläutert Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes.


Positionspapier

"Volksfeste als Teil gelebter traditioneller Kultur"

 

Volksfeste haben in Deutschland eine jahrhundertealte Tradition und sind fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Städte, Gemeinden und Kreise. Jährlich besuchen rund 233 Millionen Menschen die deutschen Volksfeste und Weihnachtsmärkte. Die Verankerung kleiner und mittlerer Volksfeste und besonders von Jahrmärkten und Stadtteilkirmessen haben für die Bevölkerung aufgrund des gewandelten Freizeit- und Konsumverhaltens nicht mehr überall einen besonderen Stellenwert. Auch wenn bei einigen, insbesondere großen Volksfesten der Zuspruch steigt, ist ein Rückgang der Zahl der Volksfeste festzustellen.

 

 

Die kommunalen Spitzenverbände und der Deutsche Schaustellerbund setzen sich gemeinsam dafür ein, den Wert und die Attraktion von Volksfesten zu erhöhen, damit sie als Bereicherung des örtlichen und regionalen Freizeit- und Kulturgeschehens wirken können.

 

Die kommunalen Spitzenverbände und der Deutsche Schaustellerbund setzen sich gemeinsam für eine Weiterentwicklung von Volksfesten unter folgenden Aspekten ein:

 

  • Volksfeste sind schützenwertes Kulturgut

Volksfeste mit ihrer z.T. über 1.200-jährigen Geschichte, ihren überlieferten Ritualen, Traditionsumzügen und lebendigen Bräuchen sind vielerorts ein fester Bestandteil des Stadt- und Gemeindelebens. Diese Volksfeste sind kulturell verankert und halten Traditionen lebendig; sie haben eine besondere Bedeutung für die kulturelle Identität von Kommunen. Sie unterscheiden sich damit von beliebigen Stadt- und Straßenfesten.

 

  • Volksfeste sind Orte der Integration und Identifikation

Attraktive Volksfeste stiften Identität und stärken den sozialen Zusammenhalt: Hier kommen Familien und Freunde, Jung und Alt, Arm und Reich unabhängig von ihrer Herkunft zusammen. In der Gegenwartskultur verankerte Volksfeste werden von den Bewohnern und Besuchern als eigener gesellschaftlicher Besitzstand angenommen. Die Ausrichtung von traditionellen und traditionsbildenden Volksfesten und Weihnachtsmärkten gehört zu den Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft.

                                                                                               

  • Volksfeste sind Aushängeschilder und Visitenkarten der Kommunen

Volksfeste sind positive regionale, nationale oder internationale Imageträger der ausrichtenden Städte, Gemeinden und Kreise und Impulsgeber für den Tourismus aus dem In- und Ausland. Die Mischung aus altbekannten und neuen Attraktionen mit örtlichen kulturellen oder sonstigen Besonderheiten macht die Einzigartigkeit und Anziehungskraft der Jahrmärkte und Kirmessen aus.

 

  • Volksfeste zeigen die Kreativität des Schaustellergewerbes

Volksfeste sind auch wirtschaftliche Veranstaltungen, die sich überwiegend durch den Besuch der Gäste rechtfertigen. Die vom Schaustellergewerbe verantworteten Belustigungsbetriebe, künstlerischen und gastronomischen Attraktionen sind die wesentlichen Gründe für den Besuch von Volksfesten und Jahrmärkten. Deren hochwertige Präsentation, Sicherheit und Weiterentwicklung garantiert das anhaltende Interesse der Besucher.

 

  • Volksfeste werden von Schaustellern und Kommunen gemeinsam getragen

Die Schausteller sind die Träger der deutschen Volksfeste. Die Städte, Gemeinden und Kreise sorgen gemeinsam mit den Schaustellern für die erfolgreiche Organisation und Ausgestaltung ihrer Volksfeste. Die Zusammenarbeit von Kommunen und Schaustellern nimmt Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Träger der Volksfeste und der Bürgerinnen und Bürger. Dies gilt insbesondere auch für Fragen des Lärmschutzes und der Verkehrslenkung. Eine enge Kooperation bei, der Vorbereitung und Durchführung sowie der Vermarktung von Volksfesten trägt dazu bei, die Volksfesttradition erfolgreich fortzuschreiben.

 

  • Erfolgreiche Volksfeste brauchen erfolgreiche Zusammenarbeit

Ein jeweils besseres Verständnis der Bedürfnisse von Schaustellern einerseits und für die ausgleichende und Rechte wahrende Rolle der Kommunen andererseits ist eine zentrale Bedingung für gute Volksfeste. Der Deutsche Schaustellerbund und die kommunalen Spitzenverbände unterstützen das Ziel, die Volksfeste und den Volksfesttourismus in den Städten, Gemeinden und Kreisen sowie die regionale Wirtschaft zu fördern. Seminare und Workshops für Volksfestveranstalter können helfen, die Zusammenarbeit zwischen Schaustellern und Volksfestverantwortlichen weiter zu optimieren und örtlich sachgerechte Lösungen zu finden, damit die deutschen Volksfeste mit ihren zahlreichen Funktionen dauerhaft attraktiv bleiben.

 

Vor dem Hintergrund dieses gemeinsamen Positionspapiers, ist die Absage des Expertengremiums der Deutschen UNESCO Kommission an die erstmalige Bewerbung des DSB um Anerkennung der lebendigen Volksfestkultur als immaterielles Kulturerbe im vergangenen Jahr mehr als unverständlich: Das Expertengremium hatte in seiner Begründung der Absage u.a. angemahnt, der DSB hätte die Veranstalter der Volksfeste nicht ausreichend in die Bewerbung einbezogen. Dieses Argument hat der DSB mit dem vorliegenden Positionspapier widerlegt.