Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Einfahrt in Umweltzonen

Keine Ausnahmeregelung für Schausteller auf Bundesebene

Bundesumweltminister Altmaier und DSB-Präsident Ritter auf dem Tourismusgipfel 2012 des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft; Quelle: DSB

Freie Fahrt in Umweltzonen – das fordert der Deutsche Schaustellerbund (DSB) für Schaustellerfahrzeuge und richtet nach einem persönlichen Gespräch seine ausführlich begründete Forderung im Herbst 2012 auch schriftlich an Bundesumweltminister Peter Altmaier.

Die Antwort des Umweltministers: Generelle Ausnahmen für Schaustellerbetriebe seien auf Bundesebene leider nicht möglich. Er verwies darauf, dass „den Belangen des Schaustellergewerbes durch die bestehenden Ausnahmeregelungen in den Bundesländern (.) bereits Rechnung getragen“ werde. Die Entscheidungsgewalt liegt damit weiterhin bei den Städten. DSB-Präsident Albert Ritter: „Eine einheitliche Regelung auf Bundesebene wäre für uns Schausteller eine große Erleichterung gewesen, aber wir geben nicht auf.“

Seit ihrer Einführung im Jahre 2008 stellen Umweltzonen eine große Herausforderung für die Schausteller dar. Der ohnehin schon große bürokratische Aufwand ist durch das Einholen der Sondergenehmigung zur Einfahrt in Umweltzonen in einigen Städten noch zusätzlich gestiegen. Nun sollen diese Genehmigungen in einzelnen Städten, z.B. in Stuttgart, ab 2013 abgeschafft werden – wiederum zu Lasten der Schausteller. Das bedeutet im Klartext: Teure und zugleich unnötige Umrüstungen oder gar Fahrzeug-Neuanschaffungen.

Der DSB begründet daher seine Forderung an Bundesminister Altmaier nach freier Ein- und Ausfahrt in/aus Umweltzonen mit einer Reihe von schlüssigen Argumenten: Zum einen seien Schaustellerfahrzeuge vor allem „Rumsteherfahrzeuge“ schreibt Ritter. Nur zu Beginn und zum Ende eines Volksfestes oder Weihnachtsmarktes müssten die Schausteller wenige Meter Wegstrecke durch die Umweltzonen zurücklegen. Während des Festes stünden die Fahrzeuge für Tage oder Wochen still. Somit sei der CO2-Ausstoß „verschwindend gering“. Der Einbau von neuen Filtertechniken oder gar die Anschaffung einer neuen Zugmaschine könnte für etliche Schaustellerbetriebe das Aus bedeuten. Zugleich betonte der DSB-Präsident, dass Schausteller schon seit jeher einen Beitrag zum Umweltschutz leisteten, indem sie – um nur drei Beispiele zu nennen – Mehrweggeschirr verwendeten, schon frühzeitig auf energiesparende LED-Technik umgestellt hätten und das Freizeitvergnügen für die Menschen dorthin brächten, wo diese daheim sind – in die Innenstädte. Lange Wege – und damit ein hoher CO2-Verbrauch – werden auf diese Weise eingespart.

In seiner Antwort zeigt das Bundesumweltministerium leider wenig Verständnis für die Probleme der Schausteller. Der DSB setzt sich deshalb umso mehr für ihre Belange ein: „Wir werden weiterhin auf lokaler Ebene mit unseren Argumenten überzeugen, um Einfahrverbote zu verhindern und damit Existenzen zu sichern“ betonte Ritter abschließend. Erste Ergebnisse konnten bereits erzielt werden: So hat der Schaustellerverband Wiesbaden e.V. jüngst die freie Fahrt von Schausteller- und Circusfahrzeugen in Umweltzonen des Rhein-Main-Gebiets erwirkt: „Ab 1. Februar 2013 können Schausteller und Circusleute dauerhaft und ohne vorher eine Ausnahmegenehmigung einholen zu müssen in Umweltzonen ein- und ausfahren“ sagt Felix Schürmann vom Wiesbadener Verband. Die Zugehörigkeit zum Gewerbe wird anhand der Schlüsselnummer im Fahrzeugschein überprüft.