Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




DSB-Präsidium diskutiert drängende Themen der Schaustellerbranche in München

Am 21. September traf sich das Präsidium des Deutschen Schaustellerbundes e.V. zu seiner turnusmäßigen Sitzung, diesmal in München. Auch in Zeiten der digitalen Kommunikation sind persönliche Treffen für das DSB-Präsidium von großer Wichtigkeit, um im gemeinsamen Dialog Lösungen für die Probleme der Schaustellerbranche zu finden.

Doch bevor man sich zur Diskussion diverser anstehender Entscheidungen in das Verbandsbüro des Münchner Schausteller-Vereins e.V. zurückzog, nahmen das Präsidium und DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg am traditionellen Schaustellergottesdienst auf der Wiesn teil.

Das enge Band zwischen den Schaustellern und den christlichen Kirchen wurde hier wieder ganz besonders deutlich. Denn neben Taufe und Kommunionsfeier direkt auf dem Festplatz, ließen die unserem Gewerbe besonders nahe stehenden Leiter der Katholischen und Evangelischen Circus- und Schaustellerseelsorge Pfarrer Sascha Ellinghaus und Pfarrer Torsten Heinrich auch Missstimmungen in Bezug auf die Hinterbliebenenregelung im Vergabeverfahren der Stadt München nicht unkommentiert. In ihren Predigten mahnten sie an, über rechtmäßiges Verwaltungshandeln hinaus auch persönliche Schicksale nicht aus den Augen zu verlieren.

Während der nachfolgenden Präsidiumssitzung wurde insbesondere dem Bereich der Fahrgeschäfte besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet. Der wochenlange Stillstand der KMG-Schaukeln als Konsequenz des Unfalls von Ohio hat deutlich gemacht, dass das Netzwerk und damit das Krisenmanagement zwischen den Herstellern der Fahrgeschäfte, den Landesbauaufsichtsbehörden, den Prüfstellen wie z.B. den TÜVs, den Fahrgeschäftsinhabern und dem DSB verbessert werden muss, damit die Kommunikation untereinander reibungsloser funktioniert.

Natürlich spricht sich der DSB dafür aus, dass im Falle eines Störfalles eine sorgfältige Untersuchung stattfindet. Sicherheit ist schließlich oberstes Gebot und Markenkern deutscher Volksfeste. Jedoch muss auch gewährleistet sein, dass der Betrieb der Anlagen schnellstmöglich wieder aufgenommen werden kann, denn der Stillstand einer Anlage in der laufenden Spielzeit kann im Extremfall die Existenz der Kollegen bedrohen. Zudem sind die Fahrgeschäfte die Zugpferde unserer Feste, die eine besondere Strahlkraft in sich tragen.

Deshalb fordert der DSB eine neue „Task-Force Fliegende Bauten“ und wird diesen Punkt in den nächsten Arbeitskreis Fliegende Bauten im November einbringen, die daran beteiligten Landesbauministerien wurden über die Forderung des DSB bereits im Vorfeld in Kenntnis gesetzt.

Diplom-Ingenieur Dr. Roland Ondra, vielen Fahrgeschäftsbetreibern bereits als äußerst versierter Spezialist für fliegende Bauten bekannt, erklärte sich bei einem persönlichen Zusammentreffen mit dem Präsidium darüber hinaus gern bereit, sein Wissen zukünftig als externer Berater einzubringen. So wird er den DSB bei seiner Positionierung z.B. im Arbeitskreis fliegende Bauten und in den Normungsgremien des DIN sowie auf europäischer Ebene insbesondere hinsichtlich einer Schausteller-verträglichen Umsetzung der DIN EN 13814 mit seinem Know-how unterstützen. Zudem ist geplant, dass er ggf. zur technischen Unterstützung den Pools im Rahmen der Normumsetzung zur Seite steht.

Der zweite Hauptpunkt der Münchner Sitzung war der sich stetig verschärfende Mangel an Arbeitskräften. Die bereits geführten Gespräche in den Botschaften von Bosnien-Herzegowina, Rumänien, mit der Agentur für Arbeit, EURES und weiteren Akteuren auf diesem Gebiet wurden gemeinsam ausgewertet. Als weitere Verbandsaufgabe wurde einstimmig festgelegt, die Bedeutung der deutschen Volksfeste und Weihnachtsmärkte in den in Frage kommenden Ländern besser bekannt zu machen, um mehr Interesse zu wecken.

Gleichzeitig soll dabei das Profil des Berufes „Schaustellergehilfe/Schaustellergehilfin“ näher vorgestellt werden. Es ist zudem erforderlich, Stellenangebote in den jeweiligen Landessprachen zu publizieren, um Sprachbarrieren auszuschalten. Dazu wird der Deutsche Schaustellerbund z.B. einen Imagefilm drehen und von Dolmetschern branchenrelevante Textbausteine übersetzen lassen, die dann von jedem einzelnem Mitglied genutzt werden können.

Auch die Situation auf einzelnen Volksfestplätzen wie zum Beispiel Düren, Menden oder Oelde, die Veröffentlichung des ABC der gelungenen Volksfeste in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städtetag, Bildung, Straßenverkehrsordnung bis hin zur Diskussion über neue werbliche Maßnahmen auf Volksfesten und die erhöhten Kosten für die Sicherheit auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten u.v.a.m. waren Themen der bis zum späten Abend andauernden Sitzung. Zu dem letztgenannten Thema führt der DSB in dieser Woche ein Gespräch mit dem Bundesinnenministerium um seiner Forderung, dass die Produktion von Sicherheit eine hoheitliche Aufgabe ist, Nachdruck zu verleihen.