Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




DSB-Positionspapier Ponyreitbahnen

Aus aktuellem Anlass: Positionspapier des Deutschen Schaustellerbundes e.V. zum Thema „Betrieb von Ponybahnen auf Volksfesten und Kirmessen“

© Deutscher Schaustellerbund e.V.

 

Zu den gelegentlich von Veranstaltern und Besuchern an den Deutschen Schaustellerbund e.V. herangetragenen Fragen, ob Ponybahnen auf Volksfesten und Kirmessen tierschutzrechtlichen Bedenken begegnen, nimmt der DSB wie folgt Stellung:

 

 

 

  • Solange die tierschutzrechtlichen Bestimmungen beachtet werden, bestehen gegen den Betrieb eines Ponyreitgeschäfts keinerlei Bedenken.
  • Die überaus strengen Vorgaben zu Haltung, Transport, Hege, Pflege und auch Einsatz in der Reitbahn werden von den Firmen eingehalten, die Betriebe werden von den zuständigen Behörden zudem intensiv und jederzeit überprüft.
  • Den Tieren werden keine Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt, die vorgeschriebenen Pausen werden eingehalten. Die Tiere haben zwischenzeitlich stets ausreichenden Auslauf. Dies ist insbesondere in den Ruhezeiten, zwischen den Veranstaltungen und außerhalb der Volksfestsaison der Fall.
  • Pferde sind Lauftiere. Beim Grasen bewegen sie sich etwa 12-15 Stunden am Tag und legen dabei rund 30 km im Schritt zurück. Die gleichmäßige Bewegung über den Tag verteilt fördert die Gymnastizierung, ein Laufen im Kreise macht den Tieren nichts aus. Eine artgerechte Beschäftigung ist damit gegeben, zumal auch in der Landwirtschaft und im Sportbereich entsprechende Beschäftigungen akzeptiert werden, die z.T. mit erheblich höheren Belastungen verbunden sind.
  • Der Transport der Tiere erfolgt sorgfältig. Pferde werden z.B. auch im Reitsport, ständig transportiert.
  • Die mobilen Reitbahnen werden besonders durch Familien mit (kleinen) Kindern frequentiert. Insbesondere viele Großstadtkinder haben nur durch Ponyreitbahnen, die Gelegenheit, Pferde aus nächster Nähe zu betrachten, zu streicheln und auf ihnen zu reiten. Der enge Kontakt zum Tier, der über Jahrhunderte in allen Bevölkerungsschichten zum selbstverständlichen Alltag gehörte, ist heute so kaum noch erfahrbar. Die Ponyreitbahn ist damit eine der wenig verbliebenen Möglichkeiten für ein solches Kindheitserlebnis.
  • Nur am Rande sei erwähnt, dass das Reiten nicht nur sportliche, sondern nicht selten auch therapeutische Bedeutung hat, weswegen es auch regelmäßig bei Menschen mit Verletzungen, traumatischen Erlebnissen und bei Menschen mit Behinderungen zum Einsatz kommt.
  • Reitgeschäfte haben eine jahrhundertealte Tradition und gehören zu den Volkfesten dazu. Das Angebot derartiger, nicht auf technischen Errungenschaften basierender Schaustellergeschäfte rundet die Veranstaltungen positiv ab und gehört zur erfolgreichen Angebotsstruktur der Volksfeste. Daher sind Reitgeschäfte bundesweit nicht nur zugelassen, sondern weithin sehr beliebt.

 

Auf Basis dieser Gesichtspunkte hat der Gesetzgeber über die angesprochenen Vorgaben des Tierschutzrechtes hinaus, die zudem erst jüngst zusätzlich verstärkt und damit völlig ausreichend sind, keine weiteren Anforderungen an die betreffenden Schaustellerbetriebe gestellt, die den Betrieb des Ponyreitens bei Volksfesten einschränken. Eine pauschale Nichtzulassung, wie gelegentlich von (vermeintlichen) Tierschützern gefordert, ist ein überzogener Aktionismus und würde zudem gegen die Berufs- und Gewerbefreiheit dieser traditionellen Betriebe verstoßen.

Schließlich sei festgehalten, dass sich - bei allem Respekt für den viel – und zu Recht diskutierten Tierschutz – gerade die professionellen Betreiber von Ponyreitbahnen in der Sorgfalt im Umgang mit ihren Tieren nicht übertreffen lassen!

Der Deutsche Schaustellerbund plädiert aus dem Gesagten heraus dafür, dass solche Geschäfte auch weiterhin uneingeschränkt zu Volksfesten zugelassen werden.

Das Positionspapier Volksfeste ist online im DSB-Mitgliederbereich unter http://www.dsbev.de/mitgliederbereich (DSB-Stellungnahmen zu Grundsatzfragen) verfügbar sowie auf Anfrage in der DSB-Hauptgeschäftsstelle zu erhalten: mail@dsbev.de, Tel.: 030 590099780.