Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




DSB leistet Widerstand gegen Windlastzonen

Der Deutsche Schaustellerbund hat sich gegen die neue Europäische Verordnung über Windlastzonen ausgesprochen. Einschüchterungsversuchen von offizieller Seite werde der DSB energisch entgegentreten sagte Präsident Albert Ritter. Hintergrund: Zum Jahresanfang 2007 wurde die aktuelle Fassung der DIN Windlastnorm rechtskräftig bauaufsichtlich eingeführt und in die Liste der technischen Baubestimmungen aufgenommen. Damit ist die Norm bindend für die Standsicherheitsbemessung zur Berücksichtigung der einwirkenden Windlasten auch bei Fliegenden Bauten.

Auf dem 59. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes im Januar 2008 in Stuttgart sorgte die neue Europäische Verordnung über Windlastzonen für Diskussionen. Das Schaustellerparlament kündigte Widerstand an.

In einem Schreiben forderte der DSB die zuständigen Landesministerien und den Arbeitskreis Fliegende Bauten auf "zu diesem für uns existenzgefährdenden Thema ein Gespräch einzuberufen, um auch in Küstennähe in Zukunft Volksfeste, Kirmessen und Weihnachtsmärkte durchführen zu können."
Erste Praxiserfahrungen der beginnenden Schaustellersaison 2008 hätten gezeigt, dass die DIN 4112 in Verbindung mit der DIN 1055-4:2005 in der jetzigen Form durch das deutsche Schaustellergewerbe nicht umgesetzt werden könne und die Erfüllung der Auflagen mit einem Berufsverbot für bestimmte Schaustellerbetriebe gleichzusetzen sei.
Präsident Ritter: "Wie erste Rückmeldungen aus der Küstenregion signalisieren, sind z. B. auch die Durchführung der Kieler Woche, des Rostocker Weihnachtsmarktes oder traditioneller Hafengeburtstage nicht mehr möglich. Dies stellt eine nicht hinnehmbare Härte dar, die vom Berufsstand der Schausteller so nicht hingenommen werden kann. Die zuständigen politischen Behörden wissen aus der Vergangenheit, dass der Deutsche Schaustellerbund mit seinen Mitgliedern stets bemüht ist, dem Grundsatz 'Safety First' zu folgen. Wir waren immer ein konstruktiver Mitarbeiter in den entsprechenden Fachgremien der Bauordnung. Jedoch sind die aktuellen Forderungen nicht zu leisten. Bei allen unseren Recherchen und aufgrund der bisherigen Situation besteht unseres Erachtens nach kein aktueller Handlungsbedarf, da bis dato keine Havariefälle ordentlicher 'Fliegender Bauten' bei Sturm bekannt sind. Selbstverständlich ist uns die Problematik des Klimawandels mit den daraus resultierenden Problemen bekannt, aber gesetzliche Vorschriften dürfen nicht zu der Vernichtung einer kompletten Branche führen."
Erste positive Reaktionen aus dem Bundesverkehrsministerium und den Ministerien der Küstenländer geben Grund zur Hoffnung, dass eine branchenverträgliche Lösung zum Thema Windlastzonen möglich ist.