Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




DSB kämpft für den Erhalt der Volksfeste in Innenstädten

Kirmessen, Volksfeste und Jahrmärkte gehören dahin, wo sie ihre historischen Wurzeln haben: rund um die Kirchen, in die Zentren der Städte. Schon das Wort Kirmes, abgeleitet von Kirchweihe, belegt eine jahrhundertealte Tradition der Veranstaltungen und eine enge Verknüpfung mit der kirchlichen Geschichte. Mit großer Sorge verfolgt der Deutsche Schaustellerbund einen Trend, wonach in den letzten Jahren vor allem kleine und mittlere Traditionsfeste immer öfter an den Rand der Städte gedrängt werden.

Volksfeste gehören in die Innenstädte. Foto: Ernst-Rose/pixelio.de

Jüngste Beispiele für die Verbannung des Kulturguts Volksfest finden sich in Wesel und Dinslaken. So soll die Martinikirmes in Dinslaken aus der Innenstadt zur Trabrennbahn ziehen, um Platz für den Neubau eines Einkaufszentrums zu schaffen. Die Schausteller wehren sich entschieden gegen diese Pläne. Präsident Albert Ritter: „Durch diese Beschlüsse der Städte sind Traditionsveranstaltungen gefährdet und die Arbeitsplätze der Schausteller bedroht.“ Es könne nicht sein, dass eine Stimme in einem Stadtrat darüber entscheidet, ob ein jahrhundertealtes Volksfest plötzlich von der Bildfläche verschwindet. Das Bundesverwaltungsgericht habe es im Jahr 2009 deutlich gesagt: Die Erhaltung von Volksfesten ist Daseinsvorsorge für die Bürger einer Stadt. Nicht nur die Schausteller, sondern auch die Veranstalter trügen Verantwortung, die Volksfeste in Deutschland zu erhalten.
Präsident Ritter verweist in diesem Zusammenhang auf einen Beschluss des Deutschen Bundestags vom Dezember 2000. Darin wird festgestellt, „dass die deutsche Volksfestkultur mit einer Fülle von tief im volkstümlichen Brauchtum verwurzelten Jahrmärkten, Kirmessen, Wochen- und Weihnachtsmärkten in ihrer Art einzigartig auf der Welt ist. Die Volksfeste sind wesentliches Kulturgut und als solches von der Bundesregierung und der EU anerkannt und schützenswert. Sie sind in der Bundesrepublik Deutschland für alle sozialen Schichten ein wichtiger Bestandteil der Freizeitgestaltung, erfüllen eine wichtige soziale Ausgleichsfunktion für alle Altersklassen sowie eine Integrationsfunktion für ausländische Mitbürger, wahren regionaltypisches Brauchtum und Tradition und stärken das Heimatbewusstsein.“
Volksfeste seien, so Albert Ritter, außerdem ein wichtiges werbliches Aushängeschild der Kommunen und werden von vielen Bürgern und auswärtigen Gästen besucht. Sie prägen das Image der Städte und stärken deren Wirtschaftskraft. Volksfeste erbringen daher einen wesentlichen Beitrag im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Kommunen. All dies setzt jedoch voraus, dass die traditionell anerkannten Veranstaltungsplätze in den Innenstädten erhalten bleiben.