Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




DSB fordert mehr Rechte für Schausteller

Unter dem Motto "Volksfeste - ein Stück Lebensfreude!" nahmen vom 17. bis 19. Januar 2011 mehr als 500 Delegierte am 62. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes in Paderborn teil. In Fachgruppensitzungen, Arbeitskreisen, Ausschüssen und im großen Plenum berieten und diskutierten die Verbandsvertreter aktuelle Themen des Schaustellergewerbes. Auch die KMK-Länderkonferenz und der BERID Arbeitskreis "Circus und Schausteller" nutzen den Delegiertentag für ihre Fachsitzungen.

 

Das deutsche Schaustellerparlament in Paderborn.

Präsident Albert Ritter eröffnet den 62. Delegiertentag.

Haupgeschäftsführer Helmut Gels erläutert den Jahres- und Geschäftsbericht.

Präsident Albert Ritter begrüßte die Delegierten herzlich zum Delegiertentag in Paderborn und dankte den angereisten Schaustellerinnen und Schaustellern, die keine Kosten und Mühen gescheut hätten, um zahlreich in Paderborn zu erscheinen.

Jahres- und Geschäftsbericht
Im Delegiertenforum informierte Hauptgeschäftsführer Helmut Gels die Anwesenden über die Arbeit in der Hauptgeschäftsstelle des DSB.  Er bedankte sich beim Präsidium für die hervorragende, reibungslose Zusammenarbeit und das gute Netzwerk, auf das er jederzeit zurückgreifen könne. Außerdem ging er ausführlich auf die zahlreichen Vorteile ein, die eine Mitgliedschaft beim DSB mit sich bringe. "Das, was wir bis jetzt erreicht haben, muss auch für die Zukunft gesichert werden und kann auch nur gemeinsam gesichert werden, sagte Gels.
Im Einzelnen erläuterte Hauptgeschäftsführer Gels den drohenden Verlust der hohen Sicherheitsgarantie auf deutschen Volksfesten durch Initiativen des Auslands. Durch die Initiative US amerikanischer und russischer Hersteller sollen die Sicherungsanforderungen an Fliegende Bauten (Fahrgeschäfte, Ausschankbetriebe) auf Volksfesten durch die Aufhebung bestehender Normen gesenkt werden. "Hier soll eine Verwässerung stattfinden und eine Abweichung von bewehrten Sicherheitsstandards und das aus vordergründigen Wettbewerbsüberlegungen. Sicherheit ist erste Voraussetzung auf deutschen Volksfesten und darf nicht von einer Weltnorm (ISO) aufgelöst werden, die nicht die Vorgaben der europäischen Norm 1:100 übernimmt", sagte Hauptgeschäftsführer Gels.

Ein weiteres Schwerpunktthema im Jahresbericht waren die Probleme bei der Umsetzung des Mittelstandsentlastungsgesetzes. Helmut Gels kritisierte die einzelnen Bundesländer, die sich weiter widersetzen, das Bundesgesetz ordnungsgemäß umzusetzen und nannte hier die Landesgaststättengesetze als Beispiel.

Als sehr erfreulich im vergangenen Geschäftsjahr hob Hauptgeschäftsführer Gels die Fortschritte im Bildungsbereich hervor. Um die Bildung unter Schaustellerkindern zu fördern hatte sich im vergangen Jahr der Arbeitskreis Bildung gegründet. Seine Aufgabe ist es, ein Leitbild zur Entwicklung eines "Ausbildungsberuf Schausteller" zu erarbeiten. Außerdem erläuterte Gels die Entwicklung des Schulprojektes BeKoSch, das das Land NRW zusammen mit den Schaustellerverbänden anbietet. Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 78 Jugendliche an den BeKoSch-Lehrgängen des Schulkollegs in Herne erfolgreich teil.

Weitere Schwerpunktthemen im Jahres- und Geschäftsbericht waren unter anderem die neuen Regelungen zu Saisonarbeitskräften, die Sachlage bei den GEMA-Gebühren, der Gefahrklassentarif gesetzliche Unfallversicherung, Private Krankenversicherung für Schausteller, Behindertengerechtigkeit, Ausnahmegenehmigungen nach Straßenverkehrsrecht, Mobile Lottoannahmestellen auf Volksfesten,  Strohmanngeschäfte, Volksfeste und Immissionsschutz und das Hausrecht auf Volksfesten und Weihnachtsmärkten.

Galaball zum Verbandsjubiläum
Doch in Paderborn wurde nicht nur gearbeitet, sondern auch nach guter Schaustellertradition das Jahrestreffen der Schausteller gefeiert. Der gastgebende Paderborner Schaustellerverein hatte anläßlich seines 50-jährigen Verbandsjubiläums zu einem Galaball mit feierlichem Fahneneinmarsch geladen.