Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




DSB fordert Einbindung bei Sicherheitskonzepten

Nach der Loveparade-Tragödie von Duisburg wird in den Bundesländern an neuen Sicherheitskonzepten auch für die Durchführung von Volksfesten gearbeitet. Der Deutsche Schaustellerbund hat die Planungspolitik der Länder kritisiert und fordert eine konsequente Einbindung der Schausteller.

Im Anschluss an eine Präsidiumssitzung diskutierten die DSB-Vertreter auf der Düsseldorfer Rheinkirmes u.a. mit Bürgermeisterin Gudrun Hock über die Sicherheitskonzepte auf Volksfesten.

Sicherheit auf Volksfesten: Rettungstreppe auf der Düsseldorfer Rheinkirmes 2011. Fotos: "sc"

Es könne nicht sein, dass diejenigen, die es am meisten betrifft, bei den Absprachen zu neuen Sicherheitskonzepten nicht einbezogen würden, erklärte DSB-Präsident Albert Ritter am 19. Juli 2011 auf der Düsseldorfer Rheinkirmes. Die Vorfälle in Duisburg dürften nicht zum Anlass genommen werden, völlig überhöhte Sicherheitsanforderungen zu stellen, durch die den Schaustellern erhebliche Mehrkosten entstünden.
Albert Ritter: "Als Konsequenz der Ereignisse bei der Loveparade sehen wir Schausteller uns jetzt mit neuen, überhöhten und unverhältnismäßigen Sicherheitsanforderungen konfrontiert, die weit über die bisher bereits üblichen und bewährten Anforderungen für Volksfeste hinaus gehen. Dies führt zu einer zusätzlichen Kostenbelastung, die wir Schausteller nur schwer tragen können." Gleichzeitig drohe, so der DSB-Präsident, eine Reduzierung der jeweils zu nutzenden Volksfestfläche und damit der teilnehmenden Schaustellerbetriebe. "Dieser Umstand hat Auswirkungen auf den Status und die Qualität der gesamten Veranstaltung", betonte Ritter.

Kurzfristiges Treffen im NRW Landtag
Das Thema "Sicherheitskonzepte für Volksfeste" bildete auch den Schwerpunkt eines Gespräches, das Präsident Albert Ritter mit Vertretern des nordrhein-westfälischen Landtages führte. Gegenüber dem Landtagsabgeordneten Thomas Stroko, dem Büroleiter des Innenministeriums Martin Bornträger und Ministerialrat Georg Nagel unterstrich Ritter die Forderungen des DSB und insbesondere der NRW-Schausteller. Das NRW-Innenministerium sagte zu, dass bei weiteren Beratungen über das geplante Landessicherheitskonzept die Schausteller mehr eingebunden werden sollten. Im Anschluss an den intensiven und teilweise sehr temperamentvollen Meinungsaustausch erklärte Albert Ritter, er hoffe, dass die Zusagen nicht nur leere Worthülse seien, sondern tatsächlich bei landesweiten Beratungen zu den Sicherheitskonzepten die wahren Experten für Volksfeste mit einbezogen würden und ihre langjährigen Erfahrungen einfließen lassen könnten.

DSB: Keine Sicherheitskonzepte ohne Schausteller!
Der Deutsche Schaustellerbund hat seinen Mitgliedsverbänden geraten, vorgelegte Sicherheitskonzepte für die Durchführung von Volksfesten nicht per se zu akzeptieren, sondern sich an die jeweils Verantwortlichen zu wenden, um den Standpunkt der Schausteller klar und deutlich zu machen. Präsident Albert Ritter: "Jeder einzelne Verband kann seine Rechte einfordern und darauf hinweisen, dass wir Schausteller in die Pläne der Sicherheitskonzepte mit einbezogen werden müssen!"