Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Dresdens Volksfeste sind bedroht

Die Dresdner Volksfeste sind in ihrer Existenz bedroht. Die Stadt will die Gebühren für das Festgelände an der Pieschener Allee erhöhen. Dem Dresdner Schaustellerverband e.V. drohen als Veranstalter Mehrkosten von 30.000 bis 70.000 Euro pro Veranstaltung. Am 14. Juli 2009 führten die 1. Vorsitzende Hannelore Bachmann und der zweite Vorsitzende Rolf Großmann sowie DSB-Hauptgeschäftsführer Helmut Gels ein Krisengespräch mit Dresdens Baubürgermeister Jörn Marx.

Die Frauenkirche ist ein Dresdner Kulturgut – so wie die Volksfeste der sächsischen Landeshauptstadt. Foto Renate-Franke_pixelio.de

Der mit dem Veranstalter vereinbarte Vertrag für das Volksfestgelände läuft Ende 2009 aus. Die bisher gezahlte Pauschalmiete soll ab 2010 durch eine Sondernutzungsgebühr ersetzt werden. Die Kosten drohen zu explodieren. Hauptgeschäftsführer Helmut Gels sagte: "Diese Mehrkosten können vom Dresdner Schaustellerverband nicht mehr aufgefangen bzw. an die beteiligten Unternehmen weitergegeben werden." Für Dresdens zweiten Vorsitzenden Großmann ist klar, dass dies den Konkurs des Verbandes bedeuten würde. Die Schaustellervertreter forderten die Verwaltung auf, ihre Pläne zurückzunehmen, denn so Helmut Gels: "Für eine Aufkündigung der bestehenden Verträge und eine zwingende Anwendung der Sondernutzungssatzung der Stadt Dresden, besteht unseres Erachtens keine Notwendigkeit." Der Hauptgeschäftsführer verwies auf die kulturelle Bedeutung der Volksfeste – allein die „Vogelwiese“ blicke auf eine fünfhundert Jahre alte Geschichte zurück. Die Forderung des Deutschen Schaustellerbundes nach einer Anerkennung der Volksfeste als immaterielles Kulturgut durch die UNESCO werde durch die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag unterstützt. Die Stadt Dresden sei in der Verpflichtung, eine Entscheidung zu treffen, um die Volksfeste zu erhalten. Bürgermeister Jörn Marx sagte zu, die Probleme der Schausteller verwaltungsintern zu diskutieren. Für Ende August ist ein weiteres Gespräch geplant. Die Schaustellervertreter werden zuvor in einem separaten Schreiben die Politik der Stadt Dresden über die Hintergründe und Notwendigkeiten umfassend informieren.