Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Die Produktion von Sicherheit ist eine hoheitliche Aufgabe!

DSB fordert: Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen auf Volksfesten müssen vom Staat finanziert werden

 

Auch wenn die Volksfestsaison noch in vollem Gange ist, richtet sich der Blick der Schausteller schon jetzt auf die in wenigen Wochen beginnenden Weihnachtsmärkte. 

In vielen Städten entbrennt gerade eine Diskussion darüber, wer die Kosten für die zusätzliche Sicherung von Volksfesten und Weihnachtsmärkten tragen soll. 

Im Nachgang der schrecklichen Attentate von Paris, Nizza, München, Berlin, Stockholm, London und zuletzt Barcelona verstärken viele der Volksfeste und Weihnachtsmärkte veranstaltenden Städte ihre technischen Maßnahmen, um die Sicherheit, zumindest aber das Sicherheitsgefühl der Besucher zu erhöhen. Dies ist auch ein Resultat aus der Aufforderung der Innenministerien an die Veranstalter, wie bspw. in NRW, die Sicherheitsmaßnahmen zu erhöhen.

Dabei steigen die Kosten für die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen jedoch immens, wenn eine Veranstaltung nicht nur wenige Tage stattfindet, wie z.B. über ein Wochenende, sondern über mehrere Wochen läuft, wie es u.a. bei den Weihnachtsmärkten der Fall ist.

Bereits jetzt sind den Schaustellerbetrieben dadurch erhöhte Kosten entstanden. Dies ist für den Deutschen Schaustellerbund nicht hinnehmbar.

Seit Jahrhunderten sind Volksfeste Ausdruck der freiheitlichen und demokratischen Art zu feiern. Hier vergnügt sich der Maurer neben dem Professor. Von der Politik wurde in den vergangenen Monaten häufig gefordert, dies nicht ins Gegenteil zu verkehren. Damit diese Natur der Volksfeste erhalten werden kann, müssen die veranstaltenden Kommunen und die Schausteller von den Kosten für die zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen entbunden werden. Denn die  Produktion von Sicherheit ist eine hoheitliche Aufgabe.

Der Deutsche Schaustellerbund hat gegenüber der Politik, der Verwaltung und der Öffentlichkeit in den vergangenen Monaten immer wieder verdeutlicht, dass Terrorakte Angriffe auf unseren Staat und unsere gesellschaftliche Ordnung sind. 

Der DSB fordert die Innenministerkonferenzen der Bundesrepublik Deutschland daher auf, die von ihnen zusätzlich geforderten Sicherheitsmaßnahmen aus staatlichen Mitteln zu finanzieren.

DSB-Präsident Albert Ritter appelliert vehement an die Politik dafür zu sorgen, dass die finanzielle Belastung für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen nicht auf den Schultern der Schausteller lasten dürfe: "In der Verteidigung der Freiheit und Demokratie dürfen die Schausteller insbesondere im Hinblick auf die gestiegenen Sicherheitskosten nicht alleingelassen werden. Wenn von staatlicher Seite neue Sicherheitsmaßnahmen gefordert werden, müssen sie auch staatlich getragen werden". 

In diesem Zusammenhang unterstrich der DSB-Präsident jedoch ebenfalls, dass aus Festen keine Festungen werden dürfen, da Volksfeste seit jeher Stätten der Begegnung sind, die ihr Publikum ungeachtet ihres gesellschaftlichen oder finanziellen Hintergrundes willkommen heißen. 

Die verachtenswerten Anschläge der vergangenen Monate waren zudem kein Angriff auf einzelne Veranstaltungen, sondern auf die Demokratie der westlichen Welt. 

Der DSB hat dazu als starkes Sprachrohr der deutschen Schausteller bereits mehrfach Kontakt zu den Innenministerien auf Bundes- und Länderebene aufgenommen.

Es ist zu erwarten, dass das Thema außerdem wesentlicher Bestandteil der Volksfestreferententagung Anfang November in Soest sein wird. Hier wird der DSB seine Positionen auch gegenüber den Kommunen vertreten.