Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Die Lust für’s Volksfest wecken! – Folge 3: Für Abwechslung sorgen!

Mit dem richtigen Marketingkonzept Volksfestplätze füllen.

Fotos: Berny Meyer

© Deutscher Schaustellerbund e.V.

Ein Volksfestbesuch – das bedeutet viel Spaß mit den unterschiedlichsten schaustellerischen Attraktionen sowie den Genuss von süßen und herzhaften Kirmesleckereien. Mit diesem Freizeitspaß für die ganze Familie müssen wir schon vor jedem Festbeginn werben. Denn nur wer es schafft die Menschen im Vorfeld zu begeistern, gewinnt sie als Besucherinnen und Besucher der nächsten Veranstaltung. Mit passenden Werbestrategien wollen wir Schausteller uns und unsere Arbeit präsentieren. In den vergangen beiden Ausgaben des Komet (No. 5451 und 5453) haben wir bereits zwei Strategien für gutes Marketing aufgezeigt – Kontaktpflege und Werbung. Heute zeigen wir, wie wir Abwechslung in den gewohnten Volksfestbetrieb bringen können, um so auch neue Kundschaft von einem Volksfestbesuch zu überzeugen.

Strategie No. 3: Für Abwechslung sorgen!

Paare und Singles können sich an „Romantischen Abenden“ gleichermaßen erfreuen: Den Paaren wird ein besonders romantisches Flair geboten, hier können sie ihre Zweisamkeit genießen. Singles können bei Flirt-Spielen und Blind-Dates neue Leute kennenlernen und sich in passender Atmosphäre frisch verlieben. Der Volksfestplatz wird in romantisches Licht getaucht, an Verzehrbetrieben sorgen Kerzen für Gemütlichkeit. Stimmungsvolle Musik an den Geschäften verbreitet die passende Atmosphäre. Dazu herzförmige Luftballons, rote Rosen, Liebesäpfel und eine Karussellfahrt zu zweit – schöner kann ein gemeinsamer Volksfestbesuch nicht sein!

 

  • Von Schaustellern geführte kostenlose Backstage-Touren über das Volksfest sind spannende Erlebnisse für Groß und Klein. Und nicht nur das – auch Medienvertreter sollten zu diesen Touren, die einen Blick hinter die Kulissen gewähren, unbedingt eingeladen werden! Termine für die Touren sollten schon im Voraus über Lokalmedien (Hörfunk, TV, Presse) bekannt gegeben werden. Und nicht nur dass: Die Presse muss unbedingt auch darüber informiert werden, welche Lokalprominenz (z.B. der Oberbürgermeister) zur Backstage-Tour kommt, denn nur wo die Politik ist, ist auch die Bevölkerung – und die Medien!
  • Während der Backstage-Tour informieren wir Schausteller über die Besonderheiten und Herausforderungen unseres Schaustellerlebens, plaudern aus unserem Alltag, erzählen wie viele Feste wir im Jahr beschicken und erklären, worauf wir beim Auf- und Abbau unserer Geschäfte und Karussells achten müssen, wie sie laufen und welche Technik dahintersteckt. Lassen Sie die Gäste aktiv an Ihrem Geschäft teilnehmen: Lassen Sie die Gäste bei der Verlosung Rekommandieren,  beim Autoskooter im Kassenhäuschen Chips verkaufen, im Süßwarenwagen Zuckerwatte drehen oder gebrannte Mandeln rühren etc. etc. Die Möglichkeiten Mitzumachen sind beinah unbegrenzt. 
  • Backstage-Touren sollten nicht länger als 2 Stunden dauern und erst abends ab ca. 18 Uhr beginnen: Dann ist der Platz belebt und die Gäste haben am Feierabend Zeit, an der Tour teilzunehmen.
  • Backstage-Touren bieten uns Schaustellern außerdem die Gelegenheit, die Öffentlichkeit, – also insbesondere Politik und Medien! – vor Ort auf aktuelle Probleme und Schwierigkeiten der Schaustellerbranche sowie bürokratische Hürden aufmerksam zu machen und so mehr Verständnis für unseren Berufsstand in der Gesellschaft zu wecken. Imageaufbau und ständige Imagepflege sind hier der Schlüssel zum Erfolg!

Den Schausteller-Leitfaden zur Durchführung einer erfolgreichen Backstage-Tour finden Sie hier: http://www.dsbev.de/fileadmin/pdfs/Leitfaden_f%FCr_eine_Backstage_Tour.pdf. Was war gut? Wo gibt es noch Verbesserungsbedarf? Teilnehmerbefragung nicht vergessen: http://www.dsbev.de/fileadmin/pdfs/Muster_Teilnehmerbefragung%20Backstage-Tour.pdf.

  • Unsere Gesellschaft wird älter – und darauf müssen auch wir Schausteller reagieren, genau wie es andere Wirtschaftsbranchen schon seit langem tun. Bei Ü-50 Thementagen bieten wir unseren älteren Gästen beispielsweise Sonderfahrten mit Karussells oder Fahrgeschäften in gemäßigtem Tempo an. Statt moderner Chart-Musik spielen ausgewählte Geschäfte Oldies und Schlager. Wir laden zum Verweilen ein und servieren Schmankerl zum Probieren. In den Festzelten bieten wir Kabarett, volkstümliche Musik oder auch z.B. ein Bauerntheater.  Generell gilt: Wir müssen mehr Angebote für unsere älteren Besucher bieten, um auch diese Generation zu begeistern!
  • Mit örtlichen Vereinen und Partnern können besondere Events geplant werden. Beispiele sind: Frühshoppen auf dem Volksfest, ein Feuerwerk, oder ein gemeinsames Rahmenprogramm.
  • Und der Gewinner ist…! Wettbewerbe aller Art sorgen für Stimmung auf dem Volksfest. Sie beziehen die Besucher aktiv ins Volksfestgeschehen ein und sind interessant für die Medien. Besonders beliebt sind Wahlen zur „Miss“ bzw. zum „Mister“ Volksfest oder zur „Volksfestkönigin“ bzw. zum „Volksfestkönig“. Weitere Ideen für Wettbewerbe: Tanzwettbewerbe, Maßkrugheben etc.

Wer die letzten beiden Folgen unsere Serie zum Thema Marketingstrategien verpasst hat, kann diese im Mitgliederbereich auf der DSB-Homepage nachlesen. In der nächsten Kometausgabe geht es um Grundsätzliches: Qualität und Sicherheit bieten.