Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Deutschland tritt UNESCO-Konvention bei

Das Bundeskabinett hat am 12. Dezember 2012 den Beitritt Deutschlands zum UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes beschlossen. Der Deutsche Schaustellerbund nannte die Entscheidung aus Berlin einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Anerkennung der deutschen Volksfest- und Weihnachtsmarktkultur.

Kulturstaatsminister Bernd Neumann auf dem Delegiertentag 2009 in Berlin: „Jahrmärkte sind Kultur für alle!“ Foto: DSB

Kulturstaatsminister Bernd Neumann betonte: „Der Beitritt zu dem UNESCO-Übereinkommen drückt die besondere Wertschätzung für die immateriellen Kulturformen und Kulturschätze aus. Mit Blick auf zunehmende Globalisierungseinflüsse haben wir ein fundamentales Interesse daran, die über Generationen überlieferten und gepflegten Kenntnisse und Bräuche zu bewahren, die einen bedeutenden Teil unserer kulturellen Vielfalt und Identität ausmachen. Gleichzeitig werden identitätsstiftende kulturelle Traditionen und Fähigkeiten auch für die Zukunft lebendig gestaltet.“

Volksfeste und Weihnachtsmärkte sind Zeugnis einer jahrhundertealten Kulturtradition
Der Deutsche Schaustellerbund fordert seit Jahren die Anerkennung der über Jahrhunderte gewachsenen Kultur der Volksfeste, Kirmessen und Weihnachtsmärkte. Auf den Volksfesten und Weihnachtsmärkten wird Brauchtum gepflegt, Gemeinschaft erlebt und die Tradition volksnaher Unterhaltung aufrechterhalten. Volksfeste und Weihnachtsmärkte üben seit Jahrhunderten im Kulturgebiet Deutschlands einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Gesellschaft, der menschlichen Sozialisation und des Tourismus aus und stellen ein einzigartiges und außergewöhnliches Zeugnis einer jahrhundertealten Kulturtradition dar. Weiterhin sind die Feste ein herausragendes Beispiel eines Typus von Bräuchen, die bedeutsame Abschnitte in der menschlichen Geschichte darstellen und sie sind eine Ausdrucksform, so wie Sprache, Handwerk oder Musik, die von Generation zu Generation weitergegeben und immer wieder neu gestaltet wird.
Die Bundesregierung unterstützt die Forderung des DSB. So würdigte Staatsminister Neumann, auf dem Delegiertentag 2009 in Berlin die besondere kulturelle Bedeutung der Volksfeste und betonte: „Es gibt überhaupt keinen Zweifel, dass die Volksfeste zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland gehören. Jahrmärkte sind über Jahrhunderte Tradition – sie sind Kultur, und zwar Kultur für alle. Die Menschen identifizieren sich vor Ort mit ihren Kirmessen und Jahrmärkten. Volksfeste gehören zu unserer Kultur wie Musik, Architektur und Literatur.“

Gründung eines unabhängigen Expertenkomitees

Zur Umsetzung des Übereinkommens in Deutschland ist nach Informationen des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung die Berufung eines unabhängigen Expertenkomitees vorgesehen, das bei der Deutschen UNESCO-Kommission angesiedelt sein wird. Das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes wurde im Jahr 2003 von der UNESCO verabschiedet und ist seit dem 20. April 2006 in Kraft. Immaterielles Kulturerbe spiegelt sich, so die Bundesregierung, in lebendigen Ausdrucksformen wie Tanz und Theater, mündlich überlieferten Traditionen, gesellschaftlichen Bräuchen, Ritualen und Festen oder auch künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten wider, die von Generation zu Generation weitergeben werden. Diese Kulturformen zu erhalten sei Ziel des Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes.