Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Deutsches Schaustellerparlament tagt in Paderborn

In der nordrhein-westfälischen Universitätsstadt Paderborn trafen sich vom 17. bis 19. Januar 2011 die Schausteller aus ganz Deutschland und den europäischen Nachbarländern zum 62. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes (DSB). Zu Beginn seiner Jahrestagung informierte der DSB auf einer Pressekonferenz die Medien, unter ihnen Vertreter der großen deutschen Nachrichtenagenturen, über die wirtschaftliche Entwicklung der Schaustellerbranche.

Pressekonferenz mit dem 1. Vorsitzenden des Schaustellerverbandes Paderborn, Hans-Otto Bröckling, Hauptgeschäftsführer Helmut Gels, Präsident Albert Ritter und Pressereferentin Mira Martz (von rechts).

Der WDR zu Gast auf der DSB-Pressekonferenz.

Präsident Albert Ritter (rechts) beim Radiointerview.

Blickfang Konzertorgel. (alle Fotos: DSB)

"Die Wirtschaftskrise schien überwunden zu sein, aber durch Terrorwarnungen der Bundesregierung und Schneechaos ist die Weihnachtstimmung bei den Besuchern gedrückt worden, was wir Schausteller finanziell deutlich zu spüren bekamen", sagte Präsident Albert Ritter. "Die Motivation der Besucher, die uns trotzdem die Treue hielten, ist jedoch ungebrochen. Die Sehnsucht nach etwas Beständigem, nach Spaß, der schon Generationen zuvor erfreut hat, das alles bietet das gute alte Volksfest", so der Schaustellerpräsident weiter. "Und auch wir Schausteller sehen gegenüber den schlechten Ergebnissen der vergangenen Jahre einen leichten Aufwärtstrend." Der Ausblick der Branche auf die kommende Saison gilt inzwischen als wichtiger Konsumklimaindikator für die gesamte Freizeit- und Tourismusindustrie.

Anschlagsgefahr für Volksfeste und Weihnachtsmärkte
Für Weihnachtsmärkte und andere Volksfeste seien, so der DSB, bereits nach dem 11. September 2001 aber auch seit dem Anschlag auf das Münchner Oktoberfest im September 1980 umfassende Sicherheitskonzepte ausgearbeitet worden, die ständig an die veränderte Sachlagen angepasst würden. So würden die Schaustellerunternehmen angesichts der Terrorwarnungen auch ihre Mitarbeiter zu einer noch höheren Aufmerksamkeit anhalten. Die Bevölkerung solle sich jedoch durch die öffentlichen Diskussionen nicht verunsichern und sich nicht ihre Lebensfreude nehmen lassen, denn dann hätten die Terroristen ihr Ziel erreicht.

Sicherheitsanforderungen nach den Ereignissen in Duisburg
Nach der Loverparade-Katastrophe von Duisburg sehen sich die Schausteller mit neuen, überhöhten und unverhältnismäßigen Sicherheitsanforderungen konfrontiert, die weit über die bisher bereits üblichen und bewährten Anforderungen für Volksfeste hinaus gingen. Dies führe zu einer zusätzlichen Kostenbelastung, die die Schausteller nur schwer tragen könnten, betonte DSB-Hauptgeschäftsführer Helmut Gels. Im Übrigen drohe so eine Verkleinerung der jeweiligen Platzfläche und somit eine Kürzung der Anzahl teilnehmender Schausteller, was wiederum Auswirkungen auf den Status und die Qualität der Veranstaltung hätte.

Anerkennung der Volksfeste als Kulturgut
Ein wichtiges Ziel des Deutschen Schaustellerbundes bleibt die Sicherung der Volksfeste als Kulturgut und die Unterzeichnung der entsprechenden UNESCO-Konvention zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes durch die Bundesregierung. Präsident Ritter sagte hierzu: "Dies wäre auch eine wichtige Unterstützung bei Auseinandersetzungen im Hinblick auf die Einhaltung des Bundesimmissionsschutzgesetzes, wonach einzelne Anwohner sich gegen die Durchführung von Volksfesten wehren". Während beispielsweise beim Public Viewing bei der letzen Fußball-WM großzügige Ausnahmeregelungen gefunden worden seien, gäbe es bei Volksfesten immer wieder Probleme, stellte Präsident Ritter fest.

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