Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Deutscher Schaustellerbund e.V.: Volksfestplätze sind Arbeitsplätze!

Arbeitsplätze müssen erhalten werden – auch für Schausteller!

© Deutscher Schaustellerbund e.V.

 

Der Deutsche Schaustellerbund ist höchst besorgt darüber, dass aufgrund der aktuellen Flüchtlingskrise in Europa bereits drei Volksfestplätze in Deutschland für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden sollen. Der DSB stellt klar: Auch die Schausteller sagen – "Menschen in Not muss geholfen werden". Aber gerade in diesen schwierigen Zeiten dürfen nicht durch übereilte politische Entscheidungen in den Kommunen neue Notsituationen geschaffen werden.

 

 

Die Schausteller engagieren sich traditionell seit Jahrzehnten für soziale Projekte, um Menschen in Not Freude zu schenken. So sind auch aktuell zahlreiche Kinder aus Flüchtlingsfamilien auf unseren Volksfestplätzen zu Gast um so, mit Hilfe der Schausteller, ihre traumatischen Erlebnisse für einige unbeschwerte Stunden vergessen zu können. Solche Hilfsaktionen der Schausteller können in der Zukunft jedoch nur geleistet werden, wenn die Rahmenbedingungen für das Schaustellergewerbe stimmen. Dazu gehört in erster Linie der Erhalt der traditionellen Volksfestplätze, auf denen wir Schausteller unser Brot verdienen müssen.


Das Schaustellergewerbe ist ein traditionelles Familiengewerbe, es besteht in der überwiegenden Mehrheit aus Klein- und Kleinstunternehmern. Mit ca. 100 Spieltagen in der Schaustellersaison kann der Wegfall einer 10-Tage-Veranstaltung Einbußen in Höhe von 10 Prozent des gesamten Jahresumsatzes bedeuten! Es steht zu vermuten, dass keiner der Verantwortlichen, die uns die Festplätze entziehen wollen bereit wäre, auf 10 Prozent seines Jahresgehaltes zu verzichten. Vor diesem Hintergrund muss der DSB die Argumentation einiger kommunaler Vertreter, der Verzicht auf einen Volksfestplatz würde die betroffenen Schausteller nicht gefährden, deutlich zurückweisen. Die Schaustellerbetriebe haben keine Möglichkeit, bei Wegfall eines Volksfestplatzes auf andere Veranstaltungen auszuweichen. Die Alternative ist, dass die Schausteller zwangsweise ihren Beruf nicht ausüben können und lebensnotwendige Einkünfte fehlen.

 

Volksfeste sind seit jeher Wirtschaftsfaktoren, Kulturgut und vor allem Orte der Integration und des sozialen Miteinanders – als solche müssen sie gerade in diesen schwierigen Zeiten unbedingt erhalten bleiben, denn Volksfeste einen die Menschen – ungeachtet ihres sozialen, religiösen oder finanziellen Hintergrundes.

 

Der DSB fordert deshalb die Entscheider in Politik und Verwaltung mit Nachdruck auf, die Volksfestplätze in Deutschland ihrem traditionellen Bestimmungszweck nicht zu entziehen!