Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Deutsche Wirtschaft profitiert von den Volksfesten

Als der Deutsche Bundestag im Dezember 2000 den vom Deutschen Schaustellerbund initiierten Antrag zur „Sicherung der Volksfeste, des Markthandels und des Schaustellergewerbes“ beriet, wurde erstmals auch in der politischen Diskussion die beachtliche Verbindung zwischen Volksfesten und Tourismus deutlich.

Der Bremer Roland zeigt Herz, Quelle: © Hans Snoek / PIXELIO

Um die Volksfeste als Wirtschaftsfaktor, vor allem im Städtetourismus, definieren zu können, fehlten aber Fakten. Es wurde bis dato mit Zahlen operiert, die mehr oder weniger gegriffen und kaum überprüfbar waren. Im Verlauf der Beratungen des Schaustellerantrages wurde daher von Seiten des Bundestagsausschuss für Tourismus eine Studie angeregt, die der Politik belastbare Fakten geben sollte.
Im April 2001 stellten der Deutsche Schaustellerbund und das Bundeswirtschaftsministerium die vom BMWi geförderte Marktstudie mit dem Titel "Die Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Volksfest im Bereich des mittelständischen Fremdenverkehrsgewerbes in der Bundesrepublik und seine Auswirkungen auf die Leistungssteigerung im mittelständischen Schaustellergewerbe" der Öffentlichkeit vor. Aufgrund fehlender repräsentativer Zahlen über die deutschen Volksfeste und das sie tragende deutsche Schaustellergewerbe legte der Projektbericht erstmals konkrete, repräsentative Zahlen und Aussagen über die deutschen Volksfeste und das deutsche Schaustellergewerbe vor. Damit gelang es erstmals, den Stellenwert der Volksfeste im Bereich des Tourismus und der Freizeitwirtschaft und damit den wirtschaftlichen Beitrag des deutschen Schaustellergewerbes für die Volkswirtschaft festzulegen.
Darüber hinaus zeigte die Studie, welche Wertschöpfung die deutschen Volksfeste in einzelnen Wirtschaftssektoren und bei der öffentlichen Hand hervorruft. So wurde deutlich, welchen Beitrag die Volksfeste im Bereich des Kurzreise-, des Städte- und Eventtourismus leisten und welche Umsatz- und Wertschöpfungsanteile auf andere Wirtschaftsbereiche, wie z.B. Hotellerie und Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistungsgewerbe, den Kfz-Bereich etc. entfallen.
Die bereits im Jahr 2001 vorgelegten Aussagen zur Wirtschaftskraft der Volksfeste haben bis heute nicht an Aktualität verloren. Volksfeste werden immer mehr zum Wirtschaftsfaktor für die Städte, wie eine Befragung von BILD zum Abschluss des diesjährigen Bremer Freimarkts belegt ("Der Freimarkt lässt die Kassen klingen", BILD.de, 30.10.2009).
Danach profitiert besonders die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) von dem großen Besucherandrang. Sprecher Jens-Christian Meyer: "Während der Freimarktszeit haben wir 20 Prozent mehr Fahrgäste. Wir leisten 350 zusätzliche Schichten."
Hochkonjunktur auch bei den Hotels in der Nähe der Bürgerweide. Henrik Mészáros, stellvertretender Direktor des Maritim: "An den Wochenenden sind wir komplett ausgebucht, haben 20 Prozent mehr Gäste als sonst. Freitags und samstags funktionieren wir zudem unsere Bar zu einer Disko um." Ein sattes Plus fahren laut BILD auch die Einzelhändler in der Bremer City ein. Die Umsätze der Läden stiegen in den 17 Tagen zwischen zehn und 20 Prozent. "Kult"-Filialleiterin Nadja Schelkunow: "Die Kunden strömen in unseren Laden, um sich schick für die vielen Freimarkts-Partys zu machen." Jubel ebenfalls bei den Taxiunternehmern. Ein Sprecher zu BILD: "Alle verfügbaren Taxen sind auf der Straße. Das sind rund 30 Prozent mehr, als in den anderen Monaten. Von der Halle 7 fahren die Kollegen im Sekundentakt ab."