Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Dem Trend folgen: Vegetarische Speisen auf der Kirmes

Die Zahl der Vegetarier hat sich seit 2006 verdoppelt – Vegetarisches Essen wird auch auf den Volksfesten geboten.

Foto: Thomas Siepmann/pixelio.de

Flexitarier, Vegetarier oder schon Veganer? Wer sich vor einiger Zeit noch als solcher bezeichnete wurde häufig nur müde belächelt. Menschen, die sich „bewusst“ ernährten, vegetarisch oder gar vegan lebten, wurden häufig als Öko-Hippies verlacht und nicht allzu ernst genommen. Doch von dieser Denkhaltung haben sich viele längst verabschiedet. Auch und vor allem die Industrie. Vegetarier und Co sind zu ernst zu nehmenden Kunden geworden, die – auf der Suche nach gesunden und ökologisch nachhaltig angebauten Nahrungsmitteln – gern auch etwas tiefer in den Geldbeutel greifen. Auch die Gastronomen unter den Schaustellern sollten sich diesem Trend nicht verschließen! Wer auf der Kirmes Speisen und Getränke anbietet, kann sich durch eine größere Auswahl an vegetarischen oder gar veganen Produkten eine Nische schaffen und neue Kundenkreise erreichen!

Zu den Fakten: Jeder zweite Deutsche isst an drei oder mehr Tagen pro Woche kein Fleisch mehr, so die Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Umfrage. Menschen, die zwar grundsätzlich nichts gegen Fleisch und Fisch haben, entscheiden sich heute bewusst, aufgrund gesundheitlicher und auch aus moralischen Gründen, weniger tierische Produkte zu konsumieren. Sie werden heute als „Flexitarier“ bezeichnet. Doch auch die Anzahl der überzeugten Nicht-Fleischesser hat sich, laut einer Befragung der Universitäten Göttingen und Hohenheim, von 2006 bis heute verdoppelt: So gibt es inzwischen 3 Millionen (!) Vegetarier in Deutschland – eine nicht zu vernachlässigende Kundenschicht.

Wer als Gastronomiebetrieb auf dem Volksfest unterwegs ist, sollte daher auch genauestens Bescheid wissen, welche Zutaten in den Speisen stecken. Die Verkäuferinnen und Verkäufer müssen Auskunft darüber geben können, welche Produkte vegetarischen oder gar veganen Ansprüchen entsprechen.

Wer nach neuen Gastronomiekonzepten sucht, der kann sich an den aktuelle „Foodtrends“ orientieren:

  • Die Regionale Küche ist besonders beliebt bei den Konsumenten. Verwenden Sie regionale und saisonale Produkte und werben Sie damit!
  • Denken Sie global und bieten „Fusion“-Gerichte an: Hier werden regionale und exotische Zutaten miteinander kombiniert. Regionale Speisen können beispielsweise mit exotischen Gewürzen aufgepeppt werden.
  • Werden Sie der neue „Food-Kurator“ und bieten dem Kunden keine Angebotsvielfalt, sondern eine gut durchdachte übersichtliche Auslage.

Die Kirmes ist ein Ort zum Wohlfühlen, ein Ort an dem keine Grenzen gesetzt sind – auch keine kulinarischen. Eine Bratwurst oder ein Backfisch im Brötchen soll es deswegen selbstverständlich auch weiterhin geben! Doch auch der Tofu-Burger oder ein vegetarischer Kebab könnten bald zu den Standards auf deutschen Volksfesten gehören. Wir Schausteller sollten einer gesellschaftlichen Bewegung, die mehr und mehr auf eine bewusste Ernährung wert legt, entgegen kommen und mit dem Zeitgeist gehen. Denn nur wer Veränderungen offen gegenüber steht, bleibt auch zukunftsfähig.