Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Delegiertentag: Gemeinsam für das deutsche Schaustellergewerbe

Vom 17. bis 19. Januar 2012 fand in Vechta der 63. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes statt. Über 400 Vertreter aus 69 Mitgliedsverbänden berieten und diskutierten in Fachsitzungen und im Schaustellerparlament aktuelle Themen und Entwicklungen der Schaustellerbranche.

Einigkeit macht stark!

Dank an das Delegiertentag-Team. Fotos: DSB

Einen Schwerpunkt der Tagung bildete die Beratung und Planung einer Imagekampagne für die deutschen Volksfeste. „Wir haben ein sehr gutes Produkt, schließlich sind Volksfeste und Kirmessen Freizeitvergnügen Nummer eins in Deutschland“, erklärte Präsident Albert Ritter, „aber wir müssen versuchen, dies noch mehr nach außen zu tragen. Es gilt, der Bevölkerung zu verdeutlichen, dass unsere Eintrittspreise ihr Geld wert sind, weil sehr, sehr viele Leistungen dahinter stecken.“ Alle Kosten, die durch ein Volksfest entstehen, wie Feuerwache, Rettungsdienste, Strom, Abwasser und nicht zuletzt das Feuerwerk, würden schließlich von den Schaustellern bezahlt, so Präsident Ritter.
Erstmals wurde der DSB-Jahresbericht vom neuen Geschäftsführer Frank Hakelberg vorgestellt. Ausführlich erläuterte Hakelberg die für das Gewerbe wichtige Neuerung in der Rechtsprechung zum Umsatzsteuerrecht. Im vergangen Jahr hatte der Bundesfinanzhof nach vorhergehender Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs im Juni entschieden, dass die Betreiber von Imbiss-Ständen ihre Speisen zu einem günstigeren Mehrwertsteuersatz anbieten können, wenn der Gast im Stehen speist. Der reduzierte Steuersatz von 7 Prozent gilt, so Hakelberg, auch dann, wenn die Speisen an „behelfsmäßigen Verzehrvorrichtungen“ gegessen werden.
Zum Thema „Privatisierung von Volksfesten“ verwies der Geschäftsführer auf das für die Branche bedeutende Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes. Es besagt, dass die Veranstaltung eines Weihnachtsmarktes mit sozialem, kulturellem und traditionsbildendem Charakter von der Kommune nicht vollständig an Dritte übertragen werden darf. „Diese Entscheidung bindet alle Verwaltungsgerichte Deutschlands und bestimmt, dass sich die Gemeinden zumindest immer Kontroll- und Einwirkungsrechte vorbehalten müssen“, sagte er.
Eine für das Schaustellergewerbe weitere positive Entwicklung habe es im vergangenen Jahr im Bereich der Bildung gegeben. So sei der Arbeitskreis BERiD (Verband zur Förderung der schulischen Bildung und Erziehung von Kindern der Angehörigen reisender Berufsgruppen in Deutschland e.V.) wieder aktiviert worden und mit der Unterzeichnung der „Soester Erklärung“ habe man einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Schulbildung von Schaustellerkindern getan.

Delegiertentag bei Freunden
Für drei Tage war die Stadt des beliebten Stoppelmarktes fest in der Hand der deutschen Schausteller. Präsident Ritter dankte Jürgen Meyer, 1. Vorsitzender des gastgebenden Vereins reisender Schausteller Vechta, und seinem Team für die herzliche Gastfreundschaft und die „hervorragende“ Organisation des Schaustellertreffens. „Ihr habt das Delegiertentag-Motto 'Volksfest - Willkommen bei Freunden' mit Leben erfüllt. Wir haben uns ins Vechta sehr wohl gefühlt“, lobte Ritter.
Der 64. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes findet vom 25. bis 27. Januar 2013 in Osnabrück statt.