Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Bundestagsabgeordnete unterstützen UNESCO-Bewerbung des DSB

– DSB mit Kamerateam im Bundestag –

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (Mitte) mit DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg und Pressereferentin Lucinde Boennecke im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Wie berichtet hat der Deutsche Schaustellerbund, die Berufsspitzenorganisation der Schausteller, Ende letzten Jahres die Bewerbung um Anerkennung der gelebten deutschen Volksfestkultur als immaterielles Kulturerbe nach der UNESCO-Konvention eingereicht. Um die gesellschaftliche Verankerung der Volksfeste und ihre Bedeutung für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Deutschland hervorzuheben, hat der DSB einige Bundestagsmitglieder dazu aufgerufen, die DSB-Bewerbung für die Volksfestkultur in Deutschland mit einer kurzen Videobotschaft zu unterstützen. Auf eine erste schriftliche Anfrage sagten uns über 30 Bundestagsabgeordnete sowie die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles ihre Unterstützung zu. Eine Woche lang war DSB-Pressereferentin Lucinde Boennecke daraufhin mit einem Filmteam im Bundestag unterwegs, um die vielen Videobotschaften zum Wohle der deutschen Volksfest- und Weihnachtsmarktkultur vor Ort aufzuzeichnen. Kameramann Ralf Clauß entstammt selbst einer traditionellen Schaustellerfamilie und brachte den richtigen Blickwinkel mit.  Die Abgeordneten berichteten von ihren Heimatvolksfesten, welche schönen Erinnerungen sie damit verbinden und welche Bedeutung sie ihnen für Kultur, Wirtschaft und Tourismus in Deutschland beimessen. Auch DSB-Präsident Albert Ritter war bei einem Drehtermin vor Ort und freute sich über den Rückhalt der Volksfestkultur im Parlament.

Viele Abgeordnete posteten den Besuch des DSB auch eigens auf ihrer Facebookseite:

Klaus Brähmig: „Kamera an - Ich unterstützte heute mit einer Videobotschaft die Aktion des Schaustellerbundes, deutsche Volksfeste auch durch einen UNESCO-Kulturerbetitel anzuerkennen. Volksfeste sind seit Jahrhunderten gewachsene Kultur. Gerade in unserem Landkreis beweist das z.B. der Dittersbacher Jahrmarkt. Er findet in diesem Jahr zum 346. Mal statt.“ (www.facebook.com/klaus.brahmig)

Wolfgang Hellmich: "‘... und Action!’ Der Schaustellerbund schickt mir ein Kamerateam ins Büro. Natürlich ist die Soester Allerheiligenkirmes das Thema.“ (www.facebook.com/WolfgangHellmichmdb)

Tim Ostermann: „Heute war in meinem Berliner Büro ein Filmteam zu Gast, um ein Videostatement von mir aufzunehmen. In diesem unterstütze ich die Bewerbung des Deutschen Schaustellerbundes für die Aufnahme der deutschen Volksfestkultur als UNESCO-Kulturerbe. Für mich als Abgeordneten der Schaustellerstadt Herford ist dies Ehrensache!“ (www.facebook.com/timostermann.de)

Ingbert Liebing: „Heute habe ich den Deutschen Schaustellerbund bei seiner Bewerbung um die Volksfestkultur in Deutschland unterstützt: In einer kurzen Videobotschaft habe von Volksfesten aus meinem Wahlkreis erzählt - u.a. vom Biikebrennen, vom Ringreiten, vom Marktfrieden auf dem Heider Marktplatz oder von den Husumer Hafentagen - alles Feste, die Nordfriesland und Dithmarschen besonders prägen und bedeutsame gesellschaftliche Ereignisse sind. (www.facebook.com/ingbert.liebing)

Alois Rainer: Zu Gast in meinem Berliner Büro war ein Filmteam, um ein Videostatement von mir aufzunehmen. In diesem unterstütze ich die Bewerbung des Deutschen Schaustellerbundes für die Aufnahme der deutschen Volksfestkultur als UNESCO-Kulturerbe. Für mich als Abgeordneten ist dies Ehrensache! (www.facebook.com/pages/Alois-Rainer/516782058376)

Der fertige Kurzfilm mit den Videobotschaften der Bundestagabgeordneten wird bundesweit auf Volksfestveranstaltungen präsentiert und auf den Internetseiten des DSB veröffentlicht. Wir werden berichten!

 

Warum haben wir uns beworben?


1. Volksfeste sind kulturell tief in der Gesellschaft verwurzelt. Volksfeste und Kirmessen –
und dazu gehören auch die Weihnachtsmärkte – sind über Jahrhunderte gewachsene,
kulturell und religiös beeinflusste Veranstaltungen. So leitet sich das Wort Kirmes
beispielsweise ab von Kirchmesse bzw. Kirchweihe. Und die Verleihung von Stadt- oder
Marktrechten steht oft in Verbindung mit Volksfesten (z.B. Oldenburger Kramermarkt
anno 1608). Das älteste deutsche Volksfest ist das Lullusfest in Bad Hersfeld (1.200
Jahre).


2. Auf den deutschen Volksfesten wird Brauchtum gepflegt, Gemeinschaft erlebt und die
Tradition volksnaher Unterhaltung aufrechterhalten. Volksfeste üben seit Jahrhunderten
im Kulturgebiet Deutschlands einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der
Gesellschaft, der menschlichen Sozialisation und des Tourismus aus und stellen ein
einzigartiges und außergewöhnliches Zeugnis einer jahrhundertealten Kulturtradition
dar.


3. Volksfeste sind gelebte Völkerverständigung und ein herausragendes Beispiel für
Bräuche, die bedeutsame Abschnitte in der menschlichen Geschichte darstellen. So
förderten beispielsweise das Deutsch-Französische und das Deutsch-Amerikanische
Volksfest in Berlin nach dem Ende des zweiten Weltkrieges die Wiederannäherung der
Völker. Volksfeste sind eine kulturelle Ausdrucksform (wie Sprache, Handwerk oder
Musik), die von Generation zu Generation weitergegeben und immer wieder neu
gestaltet wird.


4. Volksfeste sind Besuchermagneten und bedeutender Wirtschaftsfaktor. Volksfeste
sind die Werbe-Aushängeschilder der Städte und Gemeinden. Jedes Jahr locken sie
Millionen Besucher aus nah und fern in die deutschen Städte und Regionen. Davon
profitieren auch der Einzelhandel, Hotels, Gaststätten, Taxibetriebe und der öffentliche
Nahverkehr.


5. Volksfeste sind Orte des sozialen Miteinanders und Orte der Integration
und Identifikation ("mein Volksfest"). Hier kommen Menschen von jung bis alt, von
unterschiedlicher Herkunft und aus unterschiedlichen sozialen Schichten zusammen.
Ihre soziale Funktion wird uns auch von den deutschen Gerichten, allen voran dem
Bundesverwaltungsgericht (im Jahre 2009) bestätigt. Sie heben die Ausrichtung
traditioneller Volksfeste und Weihnachtsmärkte als ein Stück Daseinsvorsorge für die
Bürger hervor.


6. Die Schausteller sind seit jeher die Träger der deutschen Volksfestkultur. Ob Imbiss,
Fahrgeschäft oder Schaubude: Schausteller passen den Auftritt ihrer Geschäfte seit
Jahrhunderten dem spezifischen Charakter des jeweiligen Volksfestes stets von Neuem
an und sorgen so für den richtigen Lokalkolorit und die passende Atmosphäre – vom
Nürnberger Frühlingsfest bis zum Dresdner Weihnachtsmarkt. Die Schausteller geben ihr
Wissen um die Bespielung der Volksfeste von Generation zu Generation weiter und
tragen damit maßgeblich zum Erhalt einer lebendigen Volksfestkultur bei. Dieses Wissen
gilt es zu schützen, denn es ist nicht verschriftlicht.


7. Mit ihren Darbietungen fördern die Schausteller den sozialen und kulturellen
Austausch über nationale Grenzen und sprachliche Barrieren hinweg. Sie entführen die
Besucher in eine Traumwelt und leben den europäischen Gedanken der
Völkerverständigung. Sie handeln zukunftsorientiert, bewerben ihre Volkfeste in den
neuen Medien und binden Veranstalter und Besucher interaktiv (z.B. auf Facebook) mit
ein.


8. Die gelebte deutsche Volksfestkultur ist einmalig auf der Welt. Die Verknüpfung von
Tradition und Moderne und ihr ständiger Wandel machen die deutsche Volksfestkultur
so lebendig. Sie repräsentiert darüber hinaus ganz Deutschland und seine Bevölkerung,
nicht nur Teile davon. Das unterscheidet sie von anderen Segmenten im Freizeitsektor
und macht sie schützenswert.


9. Die Anerkennung der Volksfeste als immaterielles Kulturerbe unterstützt den
Fortbestand der Volksfeste. Viele kleine und mittlere Volksfeste und Stadtteilkirmessen
mit langer Geschichte kämpfen heute ums Überleben. Die Ursachen dafür sind vielfältig:
Konkurrenz im Freizeitsektor, ein verändertes Freizeitverhalten (mehr Indoor, weniger
Outdoor), aber auch ein mangelndes Bewusstsein und nachlässige Behandlung der Feste
durch die Veranstalter. Vielerorts arbeiten Schausteller und Kommunen bereits eng
zusammen, teilen sich Kosten und erarbeiten neue Marketingkonzepte, um das
Fortbestehen der Volksfeste für die Zukunft zu sichern.

 
10. Mit der Aufnahme der gelebten deutschen Volksfestkultur in die "Repräsentative Liste
des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ will der DSB die lebendige
Volksfestkultur aufrechterhalten. Die Anerkennung der Volksfeste als immaterielles
Kulturerbe hilft Politik, Veranstaltern und Schaustellern, die vielen traditionsreichen
Volksfeste hierzulande durch kulturpolitische Maßnahmen zu schützen und damit den
Volksfesttourismus und die Wirtschaft in den Regionen zu fördern.

Deshalb appellieren wir an Sie: Unterstützen Sie unsere Bewerbung für die Anerkennung
der gelebten deutschen Volksfestkultur als immaterielles Kulturerbe!