Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Bewerbung des DSB um Anerkennung der gelebten deutschen Volksfestkultur als immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO

- aktuelle Hintergrundinformationen -

© Deutscher Schaustellerbund e.V.

Liebe Schaustellerinnen und Schausteller,

im November 2013 hat sich der DSB bei der UNESCO um die Anerkennung der deutschen Volksfestkultur als immaterielles Kulturgut beworben. Aus über 150 Bewerbungen aus unterschiedlichen Bereichen (z.B. Bäckerhandwerk, Brauereiwesen, Kunsthandwerk etc.) werden nur zwei ausgewählt, die diese Anerkennung erhalten. Um unsere Erfolgschancen auf eine offizielle Anerkennung der deutschen Volksfestkultur durch die UNESCO zu erhöhen, müssen wir die Öffentlichkeit auf unsere Bewerbung aufmerksam machen! Deshalb appellieren wir herzlich an Sie, bei Volksfesteröffnungen, Karusselleinweihungen, Jahresempfängen etc. auf unsere Bewerbung aufmerksam zu machen. Dafür haben wir hier die wichtigsten Stichpunkte zur Bewerbung des DSB um Anerkennung der deutschen Volksfestkultur als immaterielles Kulturerbe noch einmal kurz zusammengefasst Helft mit, der deutschen Volksfestkultur zu der ihr gebührenden kulturellen Anerkennung zu verhelfen. Einigkeit macht stark!

  1. Volksfeste sind kulturell tief in der Gesellschaft verwurzelt. Volksfeste und Kirmessen – und dazu gehören auch die Weihnachtsmärkte! – sind über Jahrhunderte gewachsene, kulturell und religiös beeinflusste Veranstaltungen. So leitet sich das Wort Kirmes beispielsweise ab von Kirchmesse bzw. Kirchweihe. Und die Verleihung von Stadt- oder Marktrechten steht oft in Verbindung mit Volksfesten (z.B. Oldenburger Kramermarkt). Das älteste deutsche Volksfest ist das Lullusfest in Bad Hersfeld (1.200 Jahre).
  2. Volksfeste sind Orte des sozialen Miteinanders. Volksfeste sind Orte der Integration und Identifikation ("mein Volksfest"). Hier kommen Menschen von jung bis alt, von unterschiedlicher Herkunft und aus unterschiedlichen sozialen Schichten zusammen. Diese soziale Funktion der Feste wird uns auch von den deutschen Gerichten, allen voran dem Bundesverwaltungsgericht (im Jahre 2009) bestätigt. Sie heben die Ausrichtung von traditionellen Volksfesten und Weihnachtsmärkten als ein Stück Daseinsvorsorge für die Bürger hervor.
  3. Volksfeste sind Besuchermagneten und bedeutender Wirtschaftsfaktor. Volksfeste sind die Werbe-Aushängeschilder der Städte und Gemeinden. Jedes Jahr locken sie Millionen Besucher aus nah und fern in die deutschen Städte und Regionen. Davon profitieren auch der Einzelhandel, Hotels, Gaststätten, Taxibetriebe und der öffentliche Nahverkehr.
  4. Die Schausteller sind seit jeher die Träger der deutschen Volksfestkultur. Ob Imbiss, Fahrgeschäft oder Schaubude – Schausteller passen den Auftritt ihrer Geschäfte dem spezifischen Charakter des jeweiligen Volksfestes stets neu an. Dies gilt schon seit Jahrhunderten: Wenn die Menschen Feste feiern wollen, sorgen die Schausteller für den gelungenen Rahmen. Ob Karussell, Ausschank und Imbiss, Verlosung oder Schießgeschäft, Schaubude oder Hau den Lukas – die Schausteller gestalten die Feste nach den Wünschen der Menschen, sie sorgen für die richtige Atmosphäre auf der Kirmes oder auf dem Weihnachtsmarkt. Volksfeste sind deshalb nicht einfach nur irgendein Segment im Freizeitsektor, sondern etwas ganz Besonderes. Und deshalb schützenswert!
  5. Die Schausteller geben ihr Wissen von Generation zu Generation weiter. Durch die Entwicklung immer neuer Ideen und die generationenübergreifende Weitergabe von Wissen um die Bespielung der  Volksfeste tragen die Schaustellerfamilien maßgeblich zum Erhalt einer lebendigen Volksfestkultur bei. Vielerorts arbeiten Schausteller und Kommunen eng zusammen, teilen sich Kosten und erarbeiten neue Marketingkonzepte, um das Fortbestehen der Volksfeste für die Zukunft zu sichern.
  6. Die Anerkennung der Volksfeste als Kulturerbe unterstützt den Fortbestand der Volksfeste. Viele kleine und mittlere Volksfeste und Stadtteilkirmessen mit langer Geschichte kämpfen heute ums Überleben. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Konkurrenz im Freizeitsektor, ein verändertes Freizeitverhalten (mehr Indoor, weniger Outdoor), aber auch ein mangelndes Bewusstsein und nachlässige Behandlung der Feste durch kommunale Veranstalter. Die Anerkennung der Volksfeste als immaterielles Kulturerbe hilft Politik, Veranstaltern und Schaustellern, diese Feste wieder nach vorne zu bringen.
  7. Deshalb appellieren wir an Sie, sehr geehrte Politikerinnen und Politiker, liebe Volksvertreter: Unterstützen Sie die Bewerbung des DSB für die Anerkennung der deutschen Volksfestkultur als immaterielles Kulturerbe!

Am 30. November 2013 hat der DSB seine Bewerbung um Anerkennung der gelebten deutschen Volksfestkultur als immaterielles Kulturerbe bei der UNESCO eingereicht. Die UNESCO ist die „Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur“. Sie hat schon andere Kulturgüter, wie z.B. den Kölner Dom, die Oper von Sydney oder die berühmten Ägyptischen Pyramiden von Gizeh unter ihren Schutz gestellt. Immaterielles Kulturerbe bezeichnet zum Beispiel historisch gewachsene Traditionen, Feste und Rituale. Ziel der DSB-Bewerbung ist die Eintragung der gelebten deutschen Volksfestkultur auf der nationalen (=deutschen) und internationalen Liste schützenswerter Kulturgüter.

Warum haben wir uns beworben? Warum sind Volksfeste schützenswert?

Mit der Anerkennung der gelebten deutschen Volksfestkultur als immaterielles Kulturerbe

• haben wir schlagende Argumente, um in der Politik gegen das Sterben der Volksfeste zu kämpfen,

• wollen wir Volksfeste durch kulturpolitische Maßnahmen schützen,

• wollen wir den Volksfesttourismus und die regionale Wirtschaft fördern.

Neben dem DSB haben sich mehr als einhundertfünfzig weitere Institutionen und Verbände um Anerkennung ihres Brauchtums als immaterielles Kulturerbe beworben. Nur zwei Bewerber werden es am Ende auf die Internationale Liste des immateriellen Kulturerbes schaffen. Doch die gelebte deutsche Volksfestkultur hat gute Chancen, denn sie ist einmalig in der Welt (Alleinstellungsmerkmal) und repräsentiert ganz Deutschland und seine Bevölkerung, nicht nur Teile davon. Weiteres Informationsmaterial (aktuelle Marktstudie Volksfeste, Jahresbericht 2013, Interview Prof. Dr. Uwe Meiners zum kulturellen Bedeutung von Volksfesten) ist in der DSB-Hauptgeschäftsstelle erhältlich und kann bei der Presse, in der Öffentlichkeit sowie bei Politik und Verwaltung verteilt werden!

Kontakt DSB-Hauptgeschäftsstelle: Lucinde Boennecke, Leiterin Kommunikation und Marketing, Tel: 030-5900997-83, E-Mail: lucinde.boennecke@dsbev.de.