Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Bewegender 68. Delegiertentag 2017 in Bonn

Unter dem Bonner Motto "mer stonn zesamme" (wir stehen zusammen) tagte der 68. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes vom 12. bis 14. Januar in der Bundesstadt Bonn. Und wohl nie zuvor in der langen Geschichte des DSB passte das Tagungsmotto besser zu der Haltung, mit der sich das weltgrößte Schaustellerparlament in diesem Jahr versammelte.

Das schreckliche Attentat im Dezember in Berlin traf die Schausteller im Mark – doch es einte sie auch, wie in Bonn deutlich zu spüren war. Und auch der Ort der Tagung, der ehemalige Plenarsaal des Bundestages als Stätte der Nachkriegsdemokratie, hätte nicht besser gewählt sein können.
Keiner der hochkarätigen Vertreter aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik sprach drum herum, sondern deutlich heraus: Der Anschlag war nicht nur ein Angriff auf einen Weihnachtsmarkt – sondern auch auf unsere Art zu leben und uns zu begegnen sowie die Freiheit und Demokratie in Deutschland.
Viele Vertreter der regionalen Presse sowie Hörfunk, TV und die Deutsche Presseagentur sorgten mit ihrer Berichterstat tung für eine europaweite Verbreitung dieser Botschaft und auch weiterer Schaustellerthemen.

Am Donnerstag vor der Großkundgebung zogen DSB-Präsident Albert Ritter und der 1. Vorsitzende des Bonner Schaustellerverbandes e.V. Peter Barth gemeinsam mit DSB-Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg auf einer Pressekonferenz Bilanz zur Volksfestsaison 2016 sowie den Weihnachtsmärkten
und warfen einen Ausblick auf die Saison 2017. Auch der Oberbürgermeister der Stadt Bonn Ashok Sridharan war zugegen, um den Journalisten einen Einblick in die Bonner Volksfestkultur zu geben. Zudem wies er auf den Auftakt des Jubiläumsjahres "650 Jahre Pützchens Markt" in Bonn hin, aus dessen Anlass der 68. Delegiertentag des DSB in diesem Jahr in Bonn stattfand.

Mit Blick auf Berlin warnte DSB-Präsident Albert Ritter vor einer kompletten Umzäunung von Volksfesten: "Aus Festen dürfen keine Festungen werden! Wir brauchen bundesweit einheitliche Konzepte, die auch wirklich einen Effekt erzielen.", so Ritter während der Pressekonferenz. Es sei nun wichtig, nicht in blinden Aktionismus zu verfallen, sondern zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen mit Augenmaß zu planen und umzusetzen. Die Branche mache sich zudem Sorgen, dass Kommunen auf die Idee kommen könnten, die Mehrkosten komplett auf die Schausteller umzulegen. Es gehe hierbei nicht um eine Gefahr, die aus einer Kirmes heraus entstehe, argumentierte Geschäftsführer Hakelberg, sondern um einen Angriff auf unseren Staat. Sein Schutz sei eine hoheitliche Aufgabe.

Auf seiner nachfolgenden Sitzung besprach und erörterte das Präsidium intensiv viele der Themen, die zwei Tage später auch das Delegiertenforum bewegten. Präsident Ritter unterstrich, dass der DSB im vergangenen Jahr wieder hart und erfolgreich für die Interessen der Schausteller gekämpft habe und dies auch in Zukunft weiterhin tun werde. Gerade im Hinblick auf große Herausforderungen wie den längst überfälligen Abbau von Bürokratie und die Sicherheitsmaßnahmen auf Volksfesten sei die Bündelung der Interessen in einem starken Berufsverband umso wichtiger.

Weitere Impressionen zu der Pressekonferenz finden Sie hier.