Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Bewegende Großkundgebung mit weit über 1000 Gästen und 80 Fahnendelegationen

Unter dem Motto "Mit Sicherheit in die Zukunft!" tagte der 67. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes vom 22. bis 24. Januar in der Renaissancestadt Augsburg. Allein zur Großkundgebung kamen weit über 1000 Schausteller sowie prominente Entscheidungsträger der Europa-, Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik nach Augsburg. Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte den Schaustellern seine Unterstützung zur Verbesserung der dringlichen Probleme für das Schaustellergewerbe zu.

Auch in diesem Jahr bildete die Großkundgebung den Höhepunkt des Delegiertentages. 80 Fahnendelegationen unterstrichen eindrucksvoll den Zusammenhalt der großen Schaustellerfamilie. Im Anschluss sangen alle Teilnehmer die deutsche Nationalhymne, um die Grundwerte der deutschen Demokratie und der Gewerbefreiheit in Deutschland zu würdigen.

Zu den prominenten Rednern der Kundgebung zählten neben dem EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft Günther Oettinger, Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, die Präsidentin des Bayerischen Landtages Barbara Stamm als ranghöchste Vertreterin des Freistaates Bayern, der Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration Johannes Hintersberger, der Präsident des Bayerischen Landkreistages Christian Bernreiter, der Oberbürgermeister der Stadt Augsburg Dr. Kurt Gribl sowie Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur Martin Burkert.

In seiner kämpferischen Ansprache thematisierte DSB-Präsident Albert Ritter die existenzgefährdenden Probleme der Schausteller in den Bereichen Sicherheit (insbesondere DIN EN 13814), Energieversorgung (Diskriminierung des Schaustellergewerbes durch erhöhte Strompreise gegenüber dem stehenden Gewerbe), Mindestlohn, Lärmschutz u.v.a.m. Zudem äußerte er sein Unverständnis darüber, dass die Volksfestkultur von der Deutschen UNESCO-Kommission nicht als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde. Darüber hinaus warnte Präsident Ritter mit Blick auf aktuelle Anlässe vor übereilten Absagen von Volksfesten oder Weihnachtsmärkten aufgrund von falscher Panikmache. Es könne nicht sein, dass ganze Volksfestveranstaltungen allein wegen Gerüchten abgesagt würden oder Menschen durch den Druck der Medien vom Volksfest- oder Weihnachtsmarktbesuch abgehalten werden. Denn neben der großen Bedeutung der Volksfeste für die deutsche Kultur helfen die Veranstaltungen auch hinsichtlich der aktuellen Flüchtlingskrise dabei, Brücken zu bauen: "Die Volksfeste selbst sind die beste Form der Integration!", so Ritter. Auf den Festen würden sämtliche ethnische Gruppen seit Jahrhunderten miteinander feiern. Der offensive Appell des Präsidenten lautete schließlich auch: "Weitermachen, weiterfeiern!"

Bundesminister Gabriel betonte in seiner Ansprache, dass die Sicherheitslage auch nach den jüngsten Ereignissen in Paris im November und Köln im Dezember 2015 weiterhin stabil sei: "Wir sollten nicht zulassen, dass unsere Feste in die Diskussion geraten. Die Volksfeste sind sicher!". EU-Kommissar Günther Oettinger hob in seiner Rede die Bedeutung der Volksfeste als besonderes Kulturgut hervor und stimmte DSB-Präsident Albert Ritter voll und ganz darin zu, dass er keinen Grund dafür sehe, die deutschen Volksfeste nicht als Bestandteil des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. In jedem Fall sollten die Schausteller mit ihren Familienbetrieben dieses Kulturgut auch weiter fortsetzen, um das Überleben des Gewerbes zu sichern. Auch die weiteren politischen Vertreter sagten zu, den Fortbestand des Schaustellergewerbes tatkräftig zu unterstützen.

Weitere Fotos zum 67. Delegiertentag des Deutschen Schaustellerbundes finden Sie in unserer Bildergalerie.


Fotonachweis: Ingo Hinrichs