Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Berliner Delegiertentage im Spiegel der Zeit

Die Delegiertentage in Berlin haben eine lange und erfolgreiche Tradition im Deutschen Schaustellerbund. Seit Gründung der Berufsorganisation - mit Sitz in Berlin - im Jahr 1950 tagt das Schaustellerparlament alle zehn Jahre in der Bundeshauptstadt. Vom 12.-14. Januar 2009 ist Bundeshauptstadt zum Jubiläumsdelegiertentag wiede Gastgeber der Schausteller.

Berlin 1959: Nach der Wahl gratuliert der scheidende Präsident Alfred Fliege seinem Nachfolger Max Eberhard

Berlin 1959: Schaustellertagung in Zeiten des Kalten Krieges
Die Geschichte des Deutschen Schaustellerbundes ist eng verknüpft mit der Stadt und ihrer politischen Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg. Mit den Delegiertentagen setzte der DSB stets ein Zeichen der Verbundenheit. Ein Blick in die Chronik zeigt die Bedeutung der Berliner Tagungen für das Image des DSB und seine Anerkennung in der politischen Öffentlichkeit.
Der erste Berliner Delegiertentag fand vom 20.-22. Januar 1959 statt. Am politischen Horizont drohte damals mit dem Berlin-Ultimatum eine Eskalation des Kalten Krieges. Bei der 1959 vorliegenden weltpolitischen Konstellation kam der Tagung einer westdeutschen Bundesorganisation trotz deren erklärten unpolitischen Charakters automatisch auch eine politische Bedeutung zu, sahen die östlichen Machthaber in der Wahl Berlins als Tagungsort doch den westlichen Standpunkt vertreten, wonach Berlin zur Bundesrepublik gehörte.
Die 164 Delegierten der Berliner Tagung, die von Paul Müller als Tagungsleiter geleitet wurde, wählten für den aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl stehenden Alfred Fliege Max Eberhard zum neuen 1. Vorsitzenden. Zu dessen Vertretern bestimmte man die Kollegen Lorenz Schweizer und Kurt Schmock sen. und als Bundeskassierer Leopold Brand.
Mit Max Eberhard trat ein Mann an die Spitze des DSB, dessen umfassende Sachkunde, verbunden mit der Fähigkeit zum Ausgleich, ihn zu einem idealen Verbandsführer machte.

Berlin 1969: DSB fordert Sicherung der Volksfeste
Die Sicherung der Volksfestplätze war eines der zentralen Themen der 20. Delegiertentagung vom 20.-22. Januar 1969 in Berlin. Auf der Abschlusskundgebung im Berliner "Prälat" betonte Präsident Max Eberhard: "Die heutigen Städtebauer sollten die Volksfestplätze, auf denen sich die Menschen – alt und jung, arm und reich – vergnügen und entspanen können, von vornherein einplanen." Das Schaustellergewerbe habe gerade heute in der verlängerten Freizeit einen großen Teil der kulturellen Aufgaben zu erfüllen. Der 1. Vorsitzende des Berliner Schaustellerverbandes, Wilhelm Wollenschlaeger, wurde beim Empfang im Schöneberger Rathaus von Wirtschaftssenator Dr. König, im Namen des Bundespräsidenten, mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Berlin 1979: Kundgebung mit dem Regierenden Bürgermeister Dietrich Stobbe
Im Jahr 1979 waren über 1000 Delegierte und Gäste der Einladung des DSB zum 30. Delegiertentag nach Berlin gefolgt – ein machtvolles Bekenntnis zum Berufsstand und zum Deutschen Schaustellerbund. "Es war ein strapaziöser Delegiertentag hier in Berlin, aber die Ergebnisse sind wertvoll", bilanzierte Präsident Harry Wollenschlaeger auf der Kundgebung in der Kongresshalle den Tagungsverlauf. Als Ehrenredner sprachen u.a. der Regierende Bürgermeister Dietrich Stobbe und Bundesminister Egon Franke zu den zahlreichen Kundgebungsgästen.


Berlin 1989: Volksfeste sind Kulturgut
Zum 40. Delegiertentag vom 15.-18. Januar 1989 hatte der Deutsche Schaustellerbund unter dem Motto "Volksfeste als Kulturträger" die Delegierten nach Berlin geladen. Die Bedeutung der Feste als Kulturfaktor wurde auch von den Rednern auf der Abschlusskundgebung im Theater des Westens bestätigt. Präsident Harry Wollenschlaeger bezeichnete in seinem mit viel Beifall bedachten Referat die Volksfeste als Bestandteil der Kulturgesellschaft, die jedoch im Vergleich zu Opernhäusern, Theatern oder Kunsthallen nicht subventioniert würden. Die Stadt Berlin etwa zahle zu jeder verkauften Opernkarte rund 120 Mark als Zuschuss. "Dies ist exakt der gleiche Beitrag wie ihn eine vierköpfige Familie nach Feststellung des DSB im Durchschnitt für einen Volksfestbummel aufwendet." Die Einzigartigkeit dieser Zuschüsse, gab der Präsident zu verstehen, sei den öffentlich geförderten Musentempeln gegönnt und dürfe nicht als Neid auf die öffentlichen Subventionen missverstanden werden. Nicht vergönnt und auf schärfsten Protest stoßen müsse jedoch die ausschließliche Beanspruchung des Begriffs Kultur als solchem durch die hehren Künste.

Berlin 1999: Konsul Harry Wollenschlaeger zum Ehrenpräsidenten gewählt
Beim letzten Delegiertentag 1999 konnte der neu gewählte DSB-Präsident Hermann Krameyer mit Berlins Regierendem Bürgermeister Eberhard Diepgen, Staatssekretär Siegfried Scheffler, Senator Wolfgang Branoner und Bremens 1. Bürgermeister Henning Scherf prominente Politiker als Ehrenredner auf der Abschlusskundgebung im Großen Sendesaal des SFB begrüßen. Im Rahmen der Tagung hatte Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe die Delegierten bereits zu einem Empfang nach Potsdam eingeladen. Für Konsul Harry Wollenschlaeger bedeute der Delegiertentag 1999 nach 24 Jahren den Abschied vom Amt des DSB-Präsidenten. Konsul Wollenschlaeger wurde für seine Verdienste um die Berufsorganisation zum Ehrenpräsidenten ernannt und unter großem Beifall der Delegierten mit der Goldenen Ehrennadel mit Brillanten ausgezeichnet. In seiner Laudatio hob Präsident Krameyer die Bedeutung des Einsatzes von Harry Wollenschlaeger für den DSB hervor, der die Grundlage für eine weitere erfolgreiche Verbandsarbeit geschaffen habe.

Zum 60. Delegiertentag vom 12.–14. Januar 2009 präsentiert der DSB ein besonderes All-inclusive-Paket zum Preis von nur 222 Euro pro Person inkl. Übernachtungen im 4-Sterne-Hotel, Eintrittskarten und vielem mehr. Das Komplettticket wird nur an Schausteller im Sinne der DSB-Satzung ausgegeben. Eine Bestellung ist ausschließlich über die DSB-Hauptgeschäftsstelle möglich.

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