Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Bad Kreuznach: Millionenverluste für Region nach Platzräumung

Die Sicherheit auf den Volksfesten hat für die Schausteller oberste Priorität. Die Besucher sollen sich auf den Plätzen zu jeder Zeit sicher fühlen und ihren Aufenthalt genießen.

Als am 20. August 2011 das Bad Kreuznacher Jahrmarktsgelände wegen einer Bombendrohung geschlossen werden musste, waren die Schausteller verständlicherweise traurig und enttäuscht, zeigten aber Verständnis für diese Maßnahme und unterstützen die Polizei bei der Evakuierung des Platzes. Zum Glück erwies sich die Drohung als Fehlalarm. Der Deutsche Schaustellerbund hat eine rückhaltlose Aufklärung des Vorfalls gefordert.

 

Der Jahrmarkt in Bad Kreuznach ist eines der größten Volksfeste in Rheinland-Pfalz. Foto: Stadtverwaltung Bad Kreuznach

„Wir haben vollstes Verständnis für die Maßnahmen der Sicherheitsbehörden“, erklärte DSB-Präsident Albert Ritter. „Es bestand die Einschätzung, dass es sich um eine ernstzunehmende Drohung handeln würde. Von daher musste die Räumung des Platzes erfolgen.“
Zum Zeitpunkt des Beginns der Räumung am Samstag um 20 Uhr befanden sich mehrere Zehntausend Menschen auf dem Festgelände Pfingstwiese. In rund einer Stunde war der Platz geräumt. Mit Spezialhunden wurde das Gelände bis nach Mitternacht abgesucht und vor allem die neuralgischen Punkte unter die Lupe genommen. Dann konnte die Polizei Entwarnung geben: Eine Bombe wurde nicht gefunden. Am Sonntag konnte Jahrmarkt wieder geöffnet werden.
Für die Volksfestregion Rheinland Pfalz bedeutet die Schließung des Bad Kreuznacher Jahrmarktes einen wirtschaftlichen Schaden in Millionenhöhe. Die finanziellen Einbußen am umsatzstärksten Jahrmarktsabend sind für einige Schaustellerbetriebe existenzbedrohend. Der DSB forderte eine gewissenhafte und ernsthafte Prüfung des Vorfalles. Man könne jetzt nicht schnell den Aktendeckel schließen und zur Tagesordnung übergehen, betonte Präsident Ritter. Es gelte nun aus den Erfahrungen zu lernen und Konsequenzen zu ziehen. Für den DSB wäre es wünschenswert, wenn zu Nachbesprechungen nicht nur die Behördenvertreter, sondern auch die Schausteller eingeladen würden, um ihre Erfahrungswerte in die Gespräche mit einzubringen. Bei solchen Szenarien müssten die Schausteller auch im Vorfeld mit eingebunden werden, denn sie hätten den höchsten Erfahrungsschatz, was die Durchführung von Volksfesten in Deutschland betrifft.
Der Polizei bescheinigte der Schaustellerpräsident „eine sehr gute Arbeit“. Die Räumung des Platzes sei ruhig und diszipliniert verlaufen. „Allerdings hätten wir uns gewünscht, dass die Schausteller im Vorfeld besser durch die Polizei über die Räumungsmaßnahmen informiert worden wären. So wäre die Zusammenarbeit noch effektiver gewesen.“ Um die wirtschaftlichen Einbußen für die Schausteller so gering wie möglich zu halten, sollten, so Ritter, nach Aufhebung eines Alarms die Plätze wieder so schnell wie möglich frei gegeben werden. Generell müsse sehr vorsichtig mit derartigen Maßnahmen, wie der Räumung oder Schließung eines Platzes, umgegangen werden. Albert Ritter: „Bei durchschnittlich nur 120 Spieltagen im Jahr zählt für uns Schausteller wirklich jeder Tag.“