Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Auch Kleinbetriebe müssen Gefährdungsbeurteilung dokumentieren

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Auch Kleinbetriebe mit 10 oder weniger Beschäftigten müssen ab sofort die Ergebnisse ihrer Gefährdungsbeurteilungen und die festgelegten Maßnahmen dokumentieren und bei Betriebsprüfungen vorweisen. Die zuvor bestehende Sonderregelung für Kleinbetriebe hat der Gesetzgeber am 25. Oktober 2013 aufgehoben.

 

Was ist eine Gefährdungsbeurteilung?

Die Gefährdungsbeurteilung gibt Auskunft darüber,

  • welche Gefährdungen für das gesundheitliche Wohl der Beschäftigten eines Betriebes bei Ausübung ihrer Arbeit bestehen,
 
  • wie diese Gefährdungen zu bewerten sind und
 
  • welche geeigneten Schutzmaßnahmen ergriffen werden müssen.

 

Das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung muss dokumentiert und auf Verlangen vorgelegt werden. Die „Gefährdungsbeurteilung“ ist als zentrale Forderung in sämtlichen modernen Arbeitsschutzvorschriften, insbesondere im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)verankert. Das Ziel der Bemühungen ist die Ermittlung von Maßnahmen zur Verbesserung von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit.

 

Beispiele für Gefährdungen sind:

  • Mechanische Gefährdungen (z.B. durch betriebsmäßig ungeschützte Maschinenteile, durch gefährliche Oberflächen, Sturz- bzw. Absturzgefährdung)
  • Elektrische Gefährdungen (z.B. beim Arbeiten an bzw. in der Nähe von Spannung führenden Anlagenteilen, bei Arbeiten unter erhöhter elektrischer Gefährdung)
  • Gefährdungen durch ungünstige Arbeitsplatzgestaltung (z.B. durch mangelhafte Beleuchtung, klimatische Einflüsse, Heben und Tragen schwerer Lasten, ungünstige Anordnung von Arbeitsmitteln)
  • Gefährdungen durch Arbeitsorganisation und Verhalten (z.B. Stress auf Grund von Überlastung oder Personalknappheit, Probleme bei der Arbeit im Team, Spannungen, fehlende Regelung von Zuständigkeiten und Verantwortung, mangelhafte Notfallorganisation)

Dies ist nur eine Auswahl möglicher Gefährdungen. Eine Gefährdungsbeurteilung muss immer in Bezug auf die konkreten Gegebenheiten eines Betriebs vorgenommen werden. Eine ausführliche Erläuterung möglicher Gefährdungen finden Sie unter http://vorschriften.portal.bgn.de/9427 in den Arbeits- und Sicherheitsinformationen, 10.0, Anhang 1: Gefährdungskatalog, S. 34 sowie in den branchenspezifischen Beurteilungshilfen.

 

Quelle: ASI 10.0 "Handlungsanleitung Betriebliche Gefährdungsbeurteilung"

Um den betroffenen Betrieben die Dokumentation zu erleichtern, bietet die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) branchenbezogene Beurteilungshilfen an. Sie enthalten Checklisten, die ausgefüllt als Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung gelten.

Für die Branche der Schausteller und Zirkusbetriebe ist eine entsprechende Handlungshilfe gerade in der Erstellung und wird voraussichtlich Anfang 2015 veröffentlicht. Grundsätzlich gilt aber die ASI 10.0 "Handlungsanleitung Betriebliche Gefährdungsbeurteilung".

Die Beurteilungshilfen und weitere Informationen erhalten Sie auf der aktuellen DVD der BGN (per E-Mail anfragen: medienbestellung@bgn.de) und im Internet unter http://tinyurl.com/ndtemar und http://tinyurl.com/ngdzexm.

Für telefonische Anfragen hat die BGN eine Hotline eingerichtet: 0621-4456 3517.