Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Arbeitskräftemangel: DSB führt Gespräche mit den Botschaftern von Rumänien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien

Mehr als 1 Million Arbeitsstellen in Deutschland sind unbesetzt und der frühere Fachkräftemangel ist längst zum Arbeitskräftemangel geworden. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sieht darin bereits eine große Gefahr für die deutsche Wirtschaft – und sie macht auch vor der Schaustellerbranche nicht Halt.

Der Deutsche Schaustellerbund hat es sich neben der Bemühung, Arbeitskräfte aus Deutschland anzuwerben zur Aufgabe gemacht, dieses drängende Problem mit Priorität anzugehen. Dazu gehört natürlich auch, Kontakt mit den Ländern aufzunehmen, aus denen die gegenwärtigen, möglicherweise aber auch die zukünftigen Arbeitskräfte auf deutschen Volksfesten stammen.

Am 20. September 2017 waren der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Schaustellerbundes, Herr RA Frank Hakelberg und Herr Dr. Peter Pompe zu einem Gesprächstermin beim rumänischen Botschafter Herrn Emilian Horaṭiu Hurezeanu in Berlin eingeladen.

Dr. Peter Pompe ist vielen Schaustellern noch in sehr guter Erinnerung, weil er sich während seiner Tätigkeit im Bundesarbeitsministerium mit großer Tatkraft und Erfolg für Erleichterungen eingesetzt hat, um u.a. rumänische Schaustellergehilfen in Deutschland zu engagieren.

Der Botschafter sicherte den beiden zwar zu, das rumänische Außenministerium und insbesondere die nationalen Arbeitsverwaltungen für diesen Aspekt des deutschen Arbeitsmarktes besonders zu sensibilisieren. Jedoch machte er auch darauf aufmerksam, dass sich die wirtschaftliche Situation in Rumänien in den letzten Jahren deutlich verbessert habe.

Durch die EU-Zugehörigkeit Rumäniens ist auch ein großes Wirtschaftswachstum eingetreten, so dass insbesondere in städtischen Regionen des Landes praktisch schon Vollbeschäftigung herrscht.

Die Arbeitssuchenden aus eher ländlichen Gebieten sind in der Wahl ihrer Arbeitsplätze überaus flexibel. Es zieht sie daher häufig in die Hochburgen des Tourismus an der Mittelmeerküste oder nach Skandinavien.

Insofern bremste der Botschafter die Erwartungen der deutschen Schaustellerbranche leider deutlich. Zudem machte er darauf aufmerksam, dass rumänische Arbeitskräfte bei der Botschaft vermehrt Beschwerde über die Arbeitsbedingungen im Schaustellergewerbe eingelegt haben.

Erfolgversprechender waren die Gespräche, die der Hauptgeschäftsführer in den Folgetagen mit den Botschaftern von Bosnien-Herzegowina Herrn Željko Janjetović und Mazedonien Herrn Sasho Markovski zu diesem Thema führen konnte. Diese Länder sind – zusammen mit weiteren Ländern des Westbalkans – noch keine EU-Mitglieder. Allerdings hat die Bundesregierung mit ihnen unlängst Erleichterungen für den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt vereinbart.

Das Prozedere ähnelt jetzt dem, das die deutschen Schausteller in früheren Jahren für Beschäftigte aus Polen und Rumänien kennen.

Beide Botschafter stellten in Aussicht, ihre nationalen Netzwerke zur Vermittlung von Arbeitskräften zu aktivieren und bestätigten den DSB darin, den Wirtschaftsbereich „Volksfeste und Weihnachtsmärkte“ noch genauer darzustellen, da er in den Zielländern nicht bekannt genug ist.

Dazu gehört auch, die beruflichen Möglichkeiten für Schaustellergehilfen und den Alltag „auf der Reise“ näher zu beschreiben, damit Interessenten sich ein Bild machen können.

Der Mazedonische Botschafter lud den DSB darüber hinaus ein, die Zusammenarbeit mit seinem Land mit einer PR-Reise durch die größten Städte Mazedoniens zu intensivieren, bei deren Ausarbeitung er uns behilflich sein wird.