Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




Achtung, Kontrolle!

Gut vorbereitet in die Schankanlagenkontrolle

 

Quelle: Gerd Altmann / pixelio.de

Sie kommen mit Taschenlampe, Zange und Spatel – die Lebensmittelkontrolleure für Getränkeschankanlagen. Nicht nur Gaststätten, sondern auch Ausschänke auf Volkfesten werden von den Kontrolleuren inspiziert. Wie genau die Kontrolle im Einzelnen ausfällt, ist allerdings von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Wenn der Eindruck entsteht, eine Anlage wäre nicht einwandfrei sauber, kann der Kontrolleur im Extremfall zum Schraubschlüssel greifen und die gesamte Schankanlage in ihre Einzelteile zerlegen.

Unnötiges Zerlegen und im Extremfall auch eine Strafanzeige können verhindert werden, wenn Folgendes beachtet wird:



  1. Der Gesamteindruck zählt! Der Schankanlagenkontrolleur geht erst einmal vom Gesamteindruck des Ausschankwagens aus. Bemerkt er hier Mängel bei der Sauberkeit, wird er auch bei der Schankanlage selbst genauer hinschauen.
  2. Keime mögen es luftig! An der Schankanlage sind vor allem der Zapfhahn und der Zapfkopf anfällig für Keime. Denn diese Teile sind stets mit Luft in Kontakt und das lässt Keime besonders gut wachsen. Eine gründliche Reinigung – am besten einmal täglich! – ist hier also besonders wichtig.
  3. Auf das Innere kommt es an! Das Innere des Zapfhahns spielt für den Kontrolleur die größte Rolle. Schließlich kommen gerade die Innenteile mit dem Getränk in Kontakt. Dort sollten sich keine Beläge oder schleimige Rückstände finden. Denn im schlimmsten Fall kann das für den Konsumenten negative gesundheitliche Folgen haben.
  4. Regelmäßig reinigen! Daher muss die Schankanlage in festen Zeitabständen komplett gereinigt und desinfiziert werden. Je nach Getränkeart ergeben sich unterschiedliche Abstände: Bei Bier ist eine Reinigung alle sieben Tage angebracht, bei Limonaden genügt auch alle 14 Tage. Außerdem muss eine Anlage immer dann vollständig gereinigt werden, wenn sie eine Woche nicht benutzt worden ist, oder wenn das Getränk gewechselt wird.
  5. Wer schreibt, bleibt: Halten Sie schriftlich fest, wann Sie Ihre Anlage jeweils reinigen bzw. zuletzt gereinigt haben. Denn Nachweise der regelmäßigen Reinigung und Desinfektion müssen dem Lebensmittelkontrolleur auf Wunsch vor Ort vorgelegt werden. Beachten Sie bei der Reinigung die unter 2. und 4. genannten Zeitabstände!
  6. Vorsicht bei Treibgasen! Bei Getränkeschankanlagen werden Treibgase wie Kohlendioxid und Stickstoff eingesetzt. Diese sind geruchlose Gase und treten meist unbemerkt aus, was lebensgefährlich sein kann. Um das zu verhindern, gibt es Gaswarngeräte, auch in einer mobilen Variante, die anschlagen, sollte es in der Schankanlage wirklich ein Leck geben.

Als Faustregel für Schankanlagen-Betreiber gilt: Die Anlage muss nicht steril, aber hygienisch sauber sein! So schreibt es der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V. (BLL) vor. Dann sind nicht nur die Kontrolleure glücklich, sondern auch Kunden und Betreiber.

Guido Ehlers, Bundesfachberater für reisende Zeltgaststätten nach Schaustellerart, empfiehlt, sich an die „Leitlinie für eine gute Lebensmittelhygienepraxis in ortsveränderlichen Betriebsstätten“ der Berufsgenossenschaft Gastgewerbe und Nahrungsmittel (BGN) zu halten (siehe Hinweis). Diese wurde von der BGN in Zusammenarbeit mit Lebensmittelkontrolleuren erarbeitet und zertifiziert.

Hinweis: Die „Leitlinie für eine gute Lebensmittelhygienepraxis in ortsveränderlichen Betriebsstätten“ kann auf der Internetseite des DSB im Mitgliederbereich kostenlos heruntergeladen, oder über mail@dsbev.de in der Hauptgeschäftsstelle angefragt werden. Auch der Deutsche Brauer-Bund e.V. bietet vertiefende Informationen zur Reinigung einer Schankanlage: http://www.brauer-bund.de/index.php?id=71.