Deutscher Schaustellerbund e.V.

die Berufsspitzenorganisation für das Schaustellergewerbe




171. Hauptvorstandsitzung in Herford

Vom 16. bis 17. November 2007 fand in der Schaustellerstadt Herford die 171. Hauptvorstandssitzung des Deutschen Schaustellerbundes statt. Wir informieren nachfolgend über die zentralen Arbeitsergebnisse.

Fachbereich Berufsfragen

Vizepräsident Klaus Wilhelm und Präsident Albert Ritter gaben einen Überblick zu aktuellen Arbeitsthemen. Beim Thema Nichtraucherschutz hatte sich der DSB in den vergangenen Monaten bei den zuständigen Ministerien der Bundesländer für Ausnahmeregelungen für Bier- und Festzelte auf Volksfesten eingesetzt - mit Erfolg: die Länder Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben entsprechende Ausnahmen in den Landesgesetzen berücksichtigt.

Hinsichtlich der Führung des Straßensteuerheftes betonte das Präsidium, dass jeder Schausteller hiervon befreit werden könne, auch ohne einen festen Gewerbesitz. Nach Intervention des Deutschen Schaustellerbundes haben die obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder den "Beschluss zur Auslegung der Vorschriften über die Führung eines Umsatzsteuerheftes" vom November 2006 wie folgt ergänzt:
"Ist der Unternehmer nach gesetzlichen Vorschriften verpflichtet, Bücher zu führen oder führt er diese entsprechend den gesetzlichen Anforderungen freiwillig, kann auch dann auf Führung eines Steuerheftes verzichtet werden, wenn nach dem o.G. keine gewerbliche Niederlassung begründet wird."
Für Irritation hatte im Kollegenkreis in der Vergangenheit wiederholt die Diskussion um eine Abschaffung der Reisegewerbekarte für Schausteller gesorgt. Diesbezügliche Medienberichte entbehren jedoch jeglicher Grundlage, sagte Vizepräsident Wilhelm. Der DSB setzt sich in den Verhandlungen weiterhin dafür ein, dass die Gestattungsgebühr (Gaststättenverordnung) für Inhaber der Reisegewerbekarte entfällt.'

Fachbereich Organisation

Vizepräsident Lorenz Kalb informierte das Plenum über den Stand der Vorbereitungen zum Delegiertentag 2008 in Stuttgart, der unter dem Motto "Wir machen Freizeit zum Vergnügen" steht. Er rief alle Teilnehmer auf, sich rechtzeitig um Hotelreservierungen zu kümmern, da in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes nur ein begrenztes Zimmerkontingent zur Verfügung steht. Im Rahmen der DSB-Jahresversammlung in der baden-württembergischen Landeshauptstadt wird der DSB Workshops zu den Themen Qualitätssicherung Glühwein, E-Learning, Personalschulung sowie Zusammenarbeit von Veranstaltern und Schaustellern anbieten. Im Namen des gastgebenden Schaustellerverbandes Südwest Stuttgart lud der 1. Vorsitzende Joachim Hohl recht herzlich zum Delegiertentag 2008 ein. Gastgeber der 172. Hauptvorstandssitzung ist vom 14. bis 15. November 2008 die Frankenmetropole Nürnberg.

Fachbereich Marketing

Vizepräsident Michael Hempen berichtete über der erfolgreichen Verlauf der erstmals in diesem Jahr angebotenen Jugendforen. Die neue Veranstaltungsreihe des Deutschen Schaustellerbundes richtet sich an alle Schaustellerjugendlichen zwischen 16 und 30 Jahren. Das Forum bietet die Möglichkeit zur Diskussion aktueller Fragen. Meinungen, Kritiken, Wünsche, Anregungen und Zukunftspläne der Jugendlichen stehen dabei im Vordergrund. Vizepräsident Hempen appellierte an die Vorstandsmitglieder, die Schaustellerjugendlichen zu den Versammlungen einzuladen und verstärkt in die Vereinsarbeit zu integrieren. Über Termine der nächsten Jugendforen informiert die DSB-Hauptgeschäftsstelle.

Ein weiteres Schwerpunktthema bildete die DSB-Marketingkampagne "Wir machen Freizeit zum Vergnügen" und die hierfür entwickelten Werbeartikel wie Aufkleber, Regenponchos, Planen, Plüschwaren und Infowände. Überall dort, wo die Marketingaktionen auf den Plätzen durchgeführt würden, sei man auf einem guten Weg. Das Volksfest-Herz werde vom Publikum angenommen und positiv bewertet.

Fachbereich Öffentlichkeitsarbeit

Präsident Albert Ritter informierte den Vorstand über die Presse- und PR-Veranstaltungen 2007, wie dem Parlamentarischen Abend in Berlin, Glühweinstammtisch und Münchner Presse-Kaffee. Erstmals wurde die DSB-Halbjahrespressekonferenz im Haus der Berliner Bundespressekonferenz mit Vertretern der wichtigsten deutschen Nachrichtenagenturen durchgeführt. Das bundesweite Medien-Echo zeigt: Der Deutsche Schaustellerbund hat seinen festen Platz bei Presse, Hörfunk und Fernsehen; seine Ansichten und Positionen finden Gehör und sind gefragt.

EU-Kommissar Verheugen zu Gast bei den Schaustellern

Zum Abschluss der 171. Hauptvorstandssitzung dankte Präsident Albert Ritter dem 1. Vorsitzenden des Mitteldeutschen Schaustellervereins Sitz Herford e.V., Thomas Weber, stellvertretend für das gesamte Herforder Team, für eine hervorragende Ausrichtung der Tagung.
Herford Bürgermeister Bruno Wollbrink hatte am Vorabend die Vorstandsmitglieder zu einem Empfang in das Herforder Rathaus eingeladen. Präsident Ritter nutzte die Gelegenheit, um nochmals die Position des DSB im Hinblick auf die Verlegung von Veranstaltungen an den Rand der Städte zu verdeutlichen. "Volksfeste, wie die Herforder Vision, gehören in die Zentren der Städte", betonte der Präsident.

Im Anschluss an den Bürgermeisterempfang fand eine große Abendveranstaltung des Herforder Schaustellervereins statt. Ehrengast war Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständiger EU-Kommissar für Unternehmen und Industrie. Verheugen, der seit vielen Jahren den deutschen Schaustellern eng verbunden ist, betonte die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Volksfeste für das zukünftige Europa und sagte seine Unterstützung bei aktuellen Problemen zu. "Europa wäre ärmer ohne die Volksfeste und das Schaustellergewerbe", rief der EU-Kommissar den zahlreichen Gästen im Herforder Elsbach-Haus zu.

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